• Herzlich Willkommen in Portland!♡ • Real Life RPG • Szennentrennung • Romanstil • FSK18 • Szenenaufbau: Titel | Datum | Uhrzeit | Mitspieler | Open / Close • Since 27.Februar.2018 - 16:50 uhr •
• Datum und Wetter in Portland • • Alles auf einen Blick • • Das Team •
• Wir befinden uns im März und April2018 •


Highlight dieser Monate: 01.3.18 - Frühlingsanfang 02.3.18 - 11.03.18 traditioneller Jahrmarkt 17.3.18 - St.Patricks Day
Die nächste Zeitumstellung findet voraussichtlich Anfang Dezember statt.

• Die Temperaturen hier in Portland •


März: Tagsüber bei 8° bis 17°C und Nachts bei etwa 1°C bis 4°C April: Tagsüber bei 15° bis 21°C und Nachts bei etwa 5 - 9 °C


#1

But you do not know what hell you put me through l 31.03.2018 l später nachmittag l Lex & Fleur l geschlossen

in März - April 13.06.2018 21:55
von Fleur Elizabeth Yates | 14 Beiträge

Naturkundemuseum


Sie war jetzt seit gut einem Monat in Portland. Ein Monat, in dem sie in einer fremden Stadt, einem fremden Land, in einem fremden Bett schlief und mehr oder weniger, unter fremden Menschen lebte und eine fremde Schule besuchte. Das einzig halbwegs vertraute war ihre Familie. Zumindest versuchte sich das die Schülerin mit mäßigem Erfolg selbst einzureden. Ja, sie war 17 und ja, sie hatte furchtbares Heimweh. Aber wer hätte das nicht, wenn er ohne eine große Erklärung seine Sachen packen, sein zuhause verlassen musste und sich nicht einmal richtig verabschieden durfte? Ihre Mutter hatte gar nicht lange überlegt und die erst beste Gelegenheit genutzt und Lex verlassen - mit ihr. Was sie davon hielt, danach hatte sie nicht gefragt. Erst recht nicht, als Lilly sie am übernächsten Tag in ein Flugzeug zu ihrem Cousin nach Portland gesetzt und sie ohne eine große Erklärung weg geschickt hatte - einfach so. Lediglich, dass sie ja gut auf sich aufpassen und sich unter keinen Umständen bei ihrem Vater melden sollte, weil dieser gefährlich sei. Netterweise hatte sie ihr auch gleich das Handy abgenommen und dafür ein neues Prepaidhandy in die Hand gedrückt, in welchem nur ihre Nummer und die der Familie in Portland eingespeichert war. Und nun saß sie hier in Portland fest, hatte absolut keine Ahnung was passiert war - außer das Offensichtliche, nämlich dass es in der Beziehung ihrer Eltern mächtig kriselte - und keine Ahnung, wie es weiter gehen sollte. Sie solle die Schule beenden und die ganzen schlechten Erinnerungen hinter sich lassen und  sich vor ihrem Vater vorsehen. Warum oder was passiert war, darüber wollte ihre Mutter partout nicht sprechen und ließ ihre Tochter lieber verwirrt, in eine ungewisse Zukunft laufen. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass ihr Dad gefährlich sein sollte, böse und der Teufel in Menschengestalt... diese Bilder wollten nicht so recht zu dem Mann passen, der bisher alles für sie gemacht hatte. Gut, er war in gewissen Dingen sehr streng und wollte immer wissen, mit wem sie wohin ging. Das war aber in ihren Augen immer eine legitime Frage gewesen und so hatte sie sich nichts weiter dabei gedacht. Als sie ihre Mum jetzt aber so panisch und fast schon paranoid erlebt hatte, waren ihr doch leise Zweifel gekommen. Eigentlich hatte sie sie immer nur als lebensfrohe, liebevolle Person erlebt. Aber jetzt... Allerdings konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, was ihr Dad so Schlimmes gemacht haben soll, dass man sie außer Landes geschafft, ihr einen anderen Nachnamen verpasst und ihr jegliche Kontaktmöglichkeit nach Hause genommen hatte. Sie verstand es einfach nicht und durfte nun alleine zusehen, wie sie damit zurecht kam. In den letzten vier Wochen hatte sie zwar mit Sally darüber gesprochen, aber zu einer wirklich neuen Erkenntnis waren die beiden Mädchen nicht gelangt. Es war verhext und ihre Gedanken drehten sich immer und immer wieder im Kreis. Eine Tatsache die ihr nicht wirklich weiterhalf, wenn sie an die Biologieaufgabe vor sich dachte, die sie bereits seit einer halben Stunde anstarrte, ohne einen klaren Gedanken fassen zu können. Seufzend blickte sie auf, die anderen aus ihrer Gruppe waren bereits einen weiter gegangen und ohne sich groß Mühe zu geben, fühlte sie eher halbherzig das Arbeitsblatt aus, erhob sich und ging in den nächsten Raum. Ein Gefühl des Unwohlseins kam in ihr auf und sie fühlte sich leicht beobachtet. In dem Versuch sich nichts weiter anmerken zu lassen, stellte sie sich vor das Ausstellungsstück in der Mitte des Raumes und beobachtete nun ihrerseits die anderen Besucher. Nichts auffälliges tat sich und sie schob es auf die Gedanken an ihren Vater und ihre Mutter. Wenn sie jetzt auch noch so werden würde wie Lilly... Konzentrier dich, konzentrier dich,  sagte sie sich mantraartig, immer und immer wieder vor, während sie versuchte die Blätter auszufüllen. Das Gefühl, dass sie beobachtet wurde, wollte aber einfach nicht verschwinden und so ging sie eher unaufmerksam durch das Museum, sah sich immer wieder um, ohne etwas Verdächtiges zu entdecken und wurde fast wahnsinnig dabei. Panik breitete sich langsam in ihr aus und erst als sie ihre Freunde wieder eingeholt hatte, ließ die Anspannung langsam nach. Das Herumblödeln und Lachen mit den Anderen half ihr, sich wieder etwas zu entspannen und sie vergaß die unheimliche Beklommenheit. Daher schüttelte sie auch lachend ihren Kopf und sagte dankend ab, als @Salome Cecilia Yates sie fragte, ob sie anschließend noch mit Pizza essen kommen wollte. Immerhin hatte sie Peyton versprochen nachher mit ihm gemeinsam zu essen und außerdem hatte sie noch einige offene Blätter auszufüllen. Während die anderen von dannen zogen, widmete sie sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe und ging zurück. Eine gute Viertelstunde arbeitete sie noch konzentriert, ehe sie den Hefter zuklappte und zufrieden lächelte. Solange, bis sie eine Gestalt in ihren Augenwinkeln wahrnahm, die ihr irgendwie bekannt vorkam. Als sie aber wieder hinsah, war die Person verschwunden und mit aller Macht kam das Gefühl, dass es nicht stimmte, zurück. Sie versuchte ruhig zu atmen und bestimmt bildete sie sich das auch alles nur ein und es war einfach irgendein Mann im Anzug gewesen und nicht einer der Affen ihres Vaters. Aber was wenn nicht... was wenn? Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und mit ein Mal hatte sie das Gefühl, dass auf ihrem Magen ein Zentner Steine lastete, sie bekam kaum noch Luft und um sie herum begann sich alles zu drehen. Sie musste hier weg. Jetzt. Ohne auf ihren Block, der noch auf dem Stuhl neben ihr lag oder die anderen Besucher zu achten, stürzte sie nach draußen. In einer ruhigen, dunklen Ecke, der schier endlos wirkenden Gänge, gaben ihre Beine nach und zitternd lehnte sie sich an eine Wand. Mit dem Rücken an der Wand rutschte sie an dieser hinunter, schlang die Arme um ihre Beine und ließ die Stirn auf ihre Knie sinken. Ihre langen, blonden Haare fielen wie ein Vorhang vor ihr Gesicht und immer noch zitternd versuchte sie gleichmäßiger zu atmen, während sie darauf wartete, dass die Panikattacke vorüber ging. Sie hatte sich geirrt, es konnte keiner von ihrem Vater hier sein. Niemand wusste wo sie war. Es konnte  einfach nur irgendein anderer Mann in einem dunklen Anzug sein, immerhin sahen sich viele Anzugträger ähnlich, versuchte sie sich zu beruhigen, während sie immer noch auf dem Boden hockte und nichts um sich herum wirklich mitbekam. So auch nicht den hochgewachsenen, eleganten Mann, mit den eisblauen Augen, der langsam auf sie zu schritt.

@Lexian Bartholomew Rutherford



zuletzt bearbeitet 13.06.2018 21:56 | nach oben

#2

RE: But you do not know what hell you put me through l 31.03.2018 l später nachmittag l Lex & Fleur l geschlossen

in März - April 15.06.2018 17:12
von Lexian Bartholomew Rutherford (gelöscht)
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Zwei Wochen? Nein. Vielleicht eine Woche. So lange war ich mittlerweile in der Stadt und hatte begonnen meine Leute herum zu schicken und Fleur ausfindig zu machen. Wobei.. sie waren schon unterwegs, seitdem Lilly sie mir entrissen hatte. Ich akzeptierte mittlerweile, dass meine Frau mich hintergangen hatte und ich akzeptierte, dass sie nicht länger Teil meines Lebens sein wollte, doch dass sie mir mein kleines Mädchen vorenthalten wollte, das akzeptierte ich keineswegs. Diese Tatsache erzürnte mich über alle Maße, weshalb ich wieder einmal kurz davor war mir einfach irgendeinen Schläger zu schnappen und mein frisch zugelegtes Apartment zu zerschlagen.. Aber nein. Ich band stattdessen nervös meine Krawatte neu. Und nochmal, denn der erste Versuch war mir nicht gut gelungen. Der zweite genauso. Der dritte saß gut, aber ich wollte sicher gehen. Der Vierte war passabel, aber ich löste den Knoten dennoch ein weiteres und ein weiteres und ein weiteres Mal, bis ich ein zaghaftes Klopfen und ein dünnes Stimmchen hörte. Eine meiner Hausdamen stand in der Tür und reichte mir das Telefon. Ich nahm es entgegen und hob es an mein Ohr. Nach nur wenigen Sekunden spiegelte sich ein zufriedenes Grinsen in der glänzenden Spiegelfläche vor mir, ehe ich auflegte, meine Krawatte ein letztes Mal band und das Apartment verließ.

Eine ganze Weile huschten ich und mein Lieblingsaffe trafen uns vor dem Museum. "Dorian", begrüßte ich ihn ungewohnt erfreut. Wir wechselten ein paar Worte, ich schickte meinen Fahrer zurück zum Wagen und gab ihm die 'Aufgabe' einen Platz für meinen teuren Wagen zu finden und nahm Montgommery die Karten ab. Gemeinsam traten wir hinein und den Worten meines Äffchens folgend schritten wir die verschiedenen Gänge ab, bis wir einige junge Leute entdecken, die in dem Alter meiner Liz sein könnten. Ich nickte, als mir Dorian murmelnd zu verstehen gab, dass es so wirkte, als wäre wohl eine Klasse hier unterwegs und würde Aufgaben für die Schule erledigen. Laut seinen Aussagen hatte er mehrfach ein Mädchen entdeckt, welches Fleur zum verwechseln ähnlich sah und war sich ziemlich sicher sie gefunden zu haben. Ich hoffte sehr für den Mann, dass er damit recht behielt, denn meine Laune würde sich schlagartig ins negative verändern, wenn es nicht meine Tochter wäre. Als wir allerdings mehrere Schülergruppen bereits unter die Lupe genommen hatten, begann meine gute Laune zu bröckeln und genervt ließ ich meinen Blick über ein riesiges Skelett irgendeines Urzeitmonsters wandern. Während Dorian ungerührt weiter stolzierte, blieb ich für einige Momente stehen, vergrub die Hände in meinen Taschen und starrte hinauf zu dem Untier. Ich mochte Museen, aber dieser Besuch war frustrierend. Nachdenklich die Lippen schürzend wendete ich den Blick ab und stolzierte weiter, ehe ich den Rücken meines "Äffchen für Alles" erkannte. "Dorian", erhob ich meine Stimme, welcher sich augenblicklich umdrehte und zu mir trat. "Sir! Fleur. Sie ist da!", gab dieser aufgeregt zu verkünden und wirkte fast wie ein Hündchen, das einen Knochen zum Lohn wollte. Meine Augen weiteten sich allerdings bei seiner Aussage, während meine Gedanken sich nun vollkommen von ihm lösten und ich um die Ecke ging, bei welcher er eben noch gestanden hatte. Mein Puls erhöhte sich und da - War niemand. "Dorian. Ich habe keine Zeit für derartige Zeitverschwendung!", zischte ich, doch erkannte ich in dem Augenblick als ich mich zu meinem Angestellten umdrehen wollte wie ein blonder Schopf vor uns davon lief. Dorian, der sonst so zurückhalten war und seine Finger freundlicherweise von meinem Adoniskörper fern hielt, packte mich nun an der Schulter und zerrte mich hinter sich her. Ich entriss mich seinem unangemessenen und unangenehmen Griff und folgte ihm wesentlich langsamer. Sollte dieser blonde Schopf wirklich zu Fleur gehören dann wäre das Ziel meiner verzweifelten Suche so nah. Ich hatte sie vor einigen Wochen erst gesehen, aber es fühlte sich an, als hätte man sie mir bereits vor Jahren genommen. Als würde ich schon Jahrelang in meinem Kämmerchen sitzen und mir Gedanken darum machen, was ich nur falsch gemacht hatte. MOMENT! Ich wusste ja was, nur fand ich es durchaus angemessen.
Ehe ich Dorian nacheilte warf ich einen Blick auf den Block, den das blonde Mädchen hatte liegen lassen. Die Schrift darauf kam mir unglaublich bekannt vor und ein Lächeln huschte über mein Gesicht. Ich nahm den Block an mich und folgte den beiden mit festem Schritt.

In sicherem Abstand hatte Dorian angehalten und deutete nur mit einem Nicken auf das Häufchen Elend, welche dort an der Wand herab gerutscht war. Mein Blick gilt über ihre zierliche Gestalt und ein Zögern war in meinen Bewegungen zu erkennen. Sie wirkte so verängstigt, meine kleine Elizabeth. Hatte sie Angst vor mir? Würde sie davon laufen, wenn sie mich sah? Die Zweifel ließen mich einen Moment innehalten und zurück zu dem Mann im Anzug blicken, der die Hände ineinander verschränkt, wie ein guter Bodyguard dastand und mir mit einem Nicken seinen Zuspruch mitteilte. Ich nickte ebenfalls, wie um mich selbst noch einmal zu bekräftigen und trat dann langsam auf die zierliche Blondine zu, um mich dann kurzerhand vor sie zu knien und den Block in ihre Richtung hielt. Die andere Hand streckte ich vorsichtig aus, um den Vorhang ihrer Haare etwas zur Seite zu schieben. "Hey Beautiful", sprach ich leise und warm, während ein liebevolles Lächeln mein Gesicht zierte.

@Fleur Elizabeth Yates


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#3

RE: But you do not know what hell you put me through l 31.03.2018 l später nachmittag l Lex & Fleur l geschlossen

in März - April 23.06.2018 00:48
von Fleur Elizabeth Yates | 14 Beiträge

Nie hatte sie ihre Eltern jemals infrage gestellt. Erst als ihre Mutter plötzlich ein paar Sachen von ihr und sich selbst gepackt hatte und dann nachts das herrschaftliche Anwesen verlassen hatte, hatte sie begonnen an dem Verstand ihrer Mutter zu zweifeln. Immer und immer wieder hatte sie Lilly gefragt und gedrängelt, dass sie doch sagen solle was los ist. Aber es kam nichts. Absolut gar nichts. Immer und immer wieder hatte sie nur gemurmelt ‘Dein Vater, dein Vater‘ , und war anschließend in Tränen ausgebrochen. Sie selbst, verzweifelt wie sie war, hatte ebenfalls weinend im Türrahmen zum gemeinsamen Schlafzimmer ihrer Eltern gestandnen und ihrer Mutter zugesehen, wie dieses wahllos Schränke und Schubladen öffnete und noch wahlloser Klamotten in die Koffer warf. Aber egal was die blonde, junge Frau ihrer Mutter zurief, sie erhielt keine vernünftige Antwort. Erst später am nächsten Tag, als sie bei der Freundin ihrer Mutter im Wohnzimmer saß, während im Fernsehen eine Modelcastingshow lief, hatte sie vereinzelte Brocken aus der Küche aufschnappen können, wo Lilly ihrer Freundin erzählte was genau passiert war. Und das was sie da gehört hatte, hatte ihr wahrlich eine Gänsehaut über den Rücken gejagt. Ja, ihr Vater war etwas lauter geworden an dem Abend, aber sie konnte sich beim beim besten Willen nicht vorstellen, dass er Lilly auch geschlagen haben soll. Sie wollte es sich auch gar nicht vorstellen. Nein! Trotzdem hatten die Warnungen ihrer Mutter ihr Angst gemacht. Immer und immer wieder hatte sie sie eindringlich vor Lex gewarnt. Sie solle nicht anrufen, nicht kontaktieren, nicht mit ihm sprechen und auch mit ihren Großeltern in London nicht reden. Wenn sie fragte warum, kam nur Schweigen von ihrer Mutter und dieses Schweigen hatte sich auch hier in Portland fortgesetzt, wenn sie mit Lilly Abend für Abend telefonierte. Noch immer wollte ihre Mutter nicht mit der Sprache heraus rücken und jedes, quengeln, betteln und weinen hatte nichts gebracht, außer weiteres Schweigen. Moment war die Laune gegenüber ihrer Mutter soweit hinab gesunken, dass sie mehr als einmal kurz davor war ihr am Telefon zu sagen, dass sie sie hasse und zurück zu Dad gehen würde. Wenn sie sie weiterhin im unklaren lassen würde, würde sie das auch ganz bestimmt machen. Hatte sie sich vorgenommen... wenn sie seine private Nummer herausgefunden hatte. Irgendwann. Vier Wochen waren bisher vergangen. Vier Wochen des Schweigens von ihrer Mutter. Vier Wochen der Ungewissheit und des Trotzes von ihr. Und dennoch gab es eine leise kleine Stimme in ihrem Kopf, die ihr sagte, sei vorsichtig. Und genau diese Stimme hatte ihr gesagt, dass etwas nicht stimmte. Die Übelkeit war real, ebenso ihre nassen Hände, das Licht war ihr plötzlich viel zu hell, das Stimmengewirr um sie herum zu laut. Sie wollte hier weg. Musste weg. Kam aber nur bis zu dem kleinen Vorflur der Garderobe, wo sie weinend auf dem Boden sich zusammen kauerte und nur darauf wartete, dass die Panikattacke nachließ. Auf ihre Umgebung achtete sie gar nicht. Sie war gefangen in ihrer eigenen, kleinen Welt und versuchte angestrengt die übrige Welt auszuschließen. Sie achtete nicht auf die Leute, die vorne am Gang an ihr vorüber liefen und auch nicht darauf, als jemand in den spärlich beleuchten Gang hinein und auf sie zu kam. Erst als sie eine sehr vertraute Stimme hörte, eine Stimme, die sie hier eigentlich nicht hören sollte, und dieser jemand vorsichtig ihre Haare aus dem Gesicht strich, blickte sie verwirrt auf. Ihr Blick traf den ihres Vaters und für einige Sekunden schien die Welt um sie herum still zu stehen. Sekunden, in welchen es in ihrem Kopf ratterte, sie überlegte wie sie reagieren sollte, hin und her gerissen von ihren eigenen Gefühlen... Sie zuckte zurück. „Daddy...“, flüsterte sie leise und sah ihn irritiert an. Angst und Überraschung gleichermaßen spiegelte sich in ihrem Ausdruck wieder, während sie ihn anstarrte. Das freundliche Lächeln verwirrte sie. Sollte er nicht wütend sein, dass sie einfach so verschwunden war - auch wenn sie selbst nicht wirklich etwas dafür konnte, fragte sie sich, während ihr gleichzeitig der Gedanke an ihre Mum durch den Kopf schoss. Was wenn ihr etwas passiert war, wenn sie nicht nach kommen würde und die Angst um ihre Mutter, die Sorge, legte sich wie eine eiskalte Hand um ihr kleines Herz und drückte langsam immer fester zu. „Mum... ist... ist ihr etwas passiert? Geht es ihr gut?Ist sie auch hier?“, fragte sie aufgeregt den Mann vor sich, während sie versuchte in seinem Ausdruck, seinen Augen irgendetwas zu erkennen. Aber nichts, nichts das ihr einen Hinweis darauf gab, wie es ihrer Mum gehen könnte und erst jetzt schaltete sie, dass sie ja eigentlich gar nicht mit ihm reden sollte... „Mum hat... sie...“, sie senkte schämend den Kopf, „sie... sie hat mir verboten mit dir zu reden. Sie hat gesagt, dass du... gefährlich bist“, die letzten Worte kamen fast tonlos über ihre Lippen und angstvoll sah sie ihn an. „Ich... ich muss los“, nuschelte sie panisch, während ihr Tränen in die Augen traten und sie das Gefühl hatte, dass ihr Herz dabei zerbrach. Mühsam rappelte sie sich auf und in ihrem Gesicht war der Zwiespalt in welchem sie steckte, nur zu deutlich abzulesen. Sie wollte nicht so zu ihrem Vater sein, aber die Warnungen ihrer Mutter, das angstvolle Gesicht, als sie sie weggebracht hatte von zu Hause und in den Flieger setzte hatte sich in ihrem Gedächtnis eingebrannt. Aber ihren Vater hier vor sich zu sehen, am anderen Ende der Welt in einem Naturkundemuseums, ließ sie soviel Gefühle und Sinneseindrücke auf sie niederprasseln, dass sie überfordert war. Wieder fühlte sie, wie die Panikattacke zurück kehrte, ihr übel wurde, die Hände Schweiß nass, nur dieses Mal versagten ihr die Beine endgültig und sie glitt vor den Füßen ihres Vaters zu Boden.

@Lexian Bartholomew Rutherford



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#4

RE: But you do not know what hell you put me through l 31.03.2018 l später nachmittag l Lex & Fleur l geschlossen

in März - April 24.06.2018 22:40
von Lexian Bartholomew Rutherford (gelöscht)
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Dieser Moment, wo sich alles um uns herum verlangsamte. Lärm wurde gedämpft, der Hintergrund verschwamm. Für mich war es fast so, als würde sich der Raum erhellen, als die Augen meiner Tochter sich auf mich richteten. Ich sah die Zweifel in ihren Augen, das Zögern. Ich konnte es vielleicht sogar verstehen, auch wenn es mir das Herz brach. Sie sollte nicht zweifeln oder überlegen müssen, ob sie sich freute mich zu sehen. Sie sollte mir um den Hals fallen und sich freuen. Ganz einfach. Sie sollte mich lieben und mich zu dem wichtigsten Mann in ihrem Leben machen. Jeder andere der nach mir kommen würde, sollte immer nur auf der zweiten Stufe stehen.
Ihr leises Flüstern ließ mein Lächeln nur wärmer und liebevoller wirken, selbst wenn in ihrem Ausdruck mehr Angst zu erkennen war. "Hallo Süße", sagte ich leise ein weiteres Mal und so sanftmütig, wie es nur die Wenigsten von mir kannten. Doch es half wohl nicht, denn Fleur wurde nur nervöser. Als ihre Stimme unsicher und zittrig nach ihrer Mutter fragte fror mein Ausdruck augenblicklich ein. Mein Blick verschleierte sich leicht, doch mit dem nächsten Blinzeln hatte ich meine Maske wieder aufgesetzt. "Sie ist in London, schätze ich. Ich habe sie nicht mitgebracht und ich denke ihr geht es gut. Wir reden nicht mehr wirklich viel miteinander."
Was hatte sie getan? Was hatte Lilly mit meiner Tochter gemacht. Ein Stich in der Brust durchfuhr mich, als sie an ihre Mutter dachte, statt mir um den Hals zu fallen. Hatte Lilly es bereits so weit getrieben und unsere Tochter von mir weg getrieben? Hatte ich meine kleine Prinzessin verloren? Nein, das durfte nicht sein. Doch Fleur schien just in diesem Moment bewusst geworden zu sein, was ihre Mutter ihr wohl eingetrichtert hatte. Als sie davon sprach, dass Lilly ihr erklärt hatte, dass ich gefährlich war, biss ich meine Zähne aufeinander. Der warme, liebevolle Ausdruck in meinem Gesicht löste sich langsam auf und wechselte sich mit einem sehr düsteren ab.
Als sich die Blondine vor mir aufrappelte, ballten sich meine Hände vor Wut zu Fäusten. Erneut kam eine Woge des Hasses über mich bei dem Gedanken, wie Lilly meine kleine, zerbrechliche Familie zerstört hatte. Es war nicht genug, dass sie mich hatte einfach verlassen wollen. Nein.. sie musste mir auch noch Fleur nehmen und sie derart verängstigen, dass sie vor mir flüchten wollte. "Fleur, Liebling", begann ich und erhob mich selbst, während ich versuchte einen Blick auf das von Zweifeln durchzogene Gesicht meiner Tochter zu erhaschen. "Lauf nicht weg. Ich bin nur hier u-..." Als Liz wieder zu Boden glitt machte ich einen hastigen Schritt nach vorn, umfasste sie und zog sie in meine Arme, vor Angst, dass sie böse stürzen würde. "Sch", machte ich leise und drückte meine Tochter, mein Ein und Alles, an mich. "Habe ich dir je etwas Schlechtes getan, Fleur? Ich würde dir niemals weh tun. Ich würde dich nie in Gefahr bringen", redete ich leise und beruhigend ein, in der Hoffnung die blonde Engländerin damit beruhigen zu können. "Ich liebe und vermisse dich. Dass deine Mutter dich mir weg genommen hat war falsch. Deshalb bin ich hier.. ich wollte dich zurückholen.. zu mir." beruhigend strich meine Hand über Fleurs Rücken. "Wenn du das nicht willst, dann verstehe ich das. Aber bitte gib mir wenigstens ein wenig Zeit. Eine Chance. Sieh dir auch meine Seite an. Frag mich was immer du willst und ich sage dir was immer du hören willst." Leicht löste ich mich von der jungen Dame und legte meine Hände behutsam um ihr Gesicht. Ich lächelte sanft, ehe ich ihr einen Kuss auf die Stirn gab. "Eine einzige Chance, Liebling", säuselte ich leise. Mehr würde ich immerhin nicht brauchen.


@Fleur Elizabeth Yates r


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#5

RE: But you do not know what hell you put me through l 31.03.2018 l später nachmittag l Lex & Fleur l geschlossen

in März - April 11.07.2018 22:04
von Fleur Elizabeth Yates | 14 Beiträge

Die ganze Situation überforderte die junge Frau heillos. Sie wusste absolut nicht mehr, wem sie trauen konnte, was sie glauben konnte, so widersprüchlich waren die Aussagen ihrer Eltern. Wobei sie eigentlich nicht wirklich etwas wusste, da ihre Mutter es vorzog zu schweigen und sie ihren Vater seit längerer Zeit nicht mehr gesehen und gesprochen hatte. Allerdings hatten sie auch vorher nicht wirklich über eventuelle Probleme ihrer Eltern gesprochen. Ihre Mutter hatte geschwiegen, egal was es betraf und Lex hatte ihr nie den Anlass gegeben, sich mit den Problemen zwischen ihm und Lilly auseinander setzen zu müssen. Stattdessen hatte die Schülerin in einer glücklichen Seifenblase gelebt – Privatschule, Ballettunterricht, gelegentlich mit Freundinnen (und einem der Affen ihres Vaters als Fahrer und Tütenschlepper) zum Shoppen oder ins Kino nach London, mit ihren Eltern in den Sommerferien ans Meer, in die Toskana oder Provence und im Winter zum Skifahren in die Alpen… Wenn sie sich etwas wünschte, ihr Vater hat ihn ihr erfüllt. Sie hatte ein Sorgenfreies, unbeschwertes Leben gehabt. Sie war glücklich gewesen. So lange, bis ihre Mutter bei einer Nacht und Nebelaktion beschlossen hatte, ihren Mann zu verlassen und ihre schöne, bequeme Seifenblase zum Platzen gebracht hatte. Jetzt saß sie hier, in einem fremden Land, in einer fremden Schule, hatte alles zurücklassen müssen, was ihr wichtig gewesen war und das nur aus einer Laune ihrer Mutter heraus. Anstelle eines geordneten Familienliebens, wo ihr vieles abgenommen wurde, wohnte sie jetzt mit ihrem älteren Cousin Peyton zusammen in einer Art WG, teilten sich die anfallenden Arbeiten und die Wochenenden verbrachte sie meistens bei ihrer Tante und ihrem Onkel und unternahm etwas mit Sally, statt des privaten Ballettunterrichts, hat sie einen Platz in der Cheerleadingmannschaft ihrer High School und anstelle von teuren Shoppingtouren nach London, machte sie mit ihren neuen Freundinnen die Mall unsicher. Es war nicht alles verkehrt an ihrem neuen Leben, sie hatte dank ihrer Cousine Sally sehr schnell Anschluss gefunden, einige ihrer engsten Freunde kannte sie ja auch schon bereits aus vergangenen Urlauben in Portland und so war sie nicht ganz verloren gewesen. Dennoch fühlte sie sich oft einsam, vermisste ihr altes Zimmer, ihr Pferd, die gemeinsamen Ausritte am Wochenende mit ihrem Dad… ihren Dad. Zunächst hielt sie die bekannte Stimme die sie ansprach, für eine Einbildung, dass es nur jemand war, der sich Sorgen um sie machte, da sie hier am Boden kauerte und nur zu gerne gab sie sich für wenige Sekunden den Gedanken hin, es könnte wirklich ihr Vater sein. Doch als die vertraute Stimme sie ein weiteres Mal ansprach und jemand ihre Haare aus dem Gesicht strich, blickte sie erstaunt auf und direkt in die eisblauen Augen ihres Vaters. Die Überraschung in ihrem Gesicht war nicht zu verkennen und gleichzeitig mit dem Erkennen ihres Vaters, trat die Sorge um ihre Mutter in den Vordergrund und die Umständen ihrer Flucht. Lex Reaktion auf ihre Unbedachte Frage nach Lilly, entging ihr. Viel zu schnell hatte ihr Vater die freundliche Maske wieder aufgesetzt und erklärte sich. Seine Worte waren wie Fausthiebe in ihren Magen und ihre lächerliche Hoffnung, an die sie sich in den vergangen Wochen geklammert hatte, dass ihre Eltern einfach nur eine Auszeit brauchten und danach alles wieder wie vorher werden würde, zerplatzte wie die Seifenblase ihres Lebens. Sie hatte es irgendwie geahnt und diese Ahnung schwebte, wie ein Damoklesschwert, seit dem über sie. Dennoch trafen die Worte ihres Vaters sie hart und außer einem unmerklichen Nicken kam keine weitere Äußerung zu seinen Worten, die immer noch in ihrem Kopf nachhallten - Wir reden nicht mehr wirklich viel miteinander … Ihre Welt zerbrach. Sie wusste, dass es ein Problem zwischen ihren Eltern war. Dennoch fühlte sie sich irgendwie dafür verantwortlich, schuldig, dass ihre Eltern nicht mehr miteinander redeten. Sie wüsste zwar nicht was sie falsch gemacht hätte, was die Meinungsverschiedenheit zwischen ihnen ausgelöst haben könnte, aber ihre Mutter hatte sie sogar weggeschickt in ein anderes Land... vielleicht war es doch ihre Schuld? Aber dann hätte Lilly ihr doch nicht verboten mit ihrem Vater zu reden? Wenn sie es aber aus Sorge gesagt hatte, damit sie keinen Ärger bekam und er nichts davon wusste? Fragen über Fragen schossen der Blondine durch den Kopf und je länger sie darüber nachdachte, um so abstruser wurden ihre Gedankengänge. Vielleicht wäre ihre Vater doch böse auf sie und ihre Mutter hatte Angst um sie. Aber er hatte noch nie wirklich mit ihr geschimpft und sie würde doch dann wissen, wenn sie so großen Mist gebaut hätte? Sie stand auf und sofort hatte sie das Gefühl, dass sich die drehenden Gedanken auf ihre Beine übertrugen, während sie in das finster werdende Gesicht ihres Vaters blickte. Alles um sie herum drehte sivIhr war schwindelig und wäre ihr Dad nicht gewesen, wäre sie wieder auf dem Boden gelandet. Schneller als sie gucken konnte, hatte er nach ihr gegriffen, hielt sie fest und sie fand sich in den kräftigen Armen ihres Vaters wieder. Etwas unbeholfen, ließ sie sich, mit hängenden Armen, von ihm in eine Umarmung ziehen. Sie zitterte am ganzen Leib, während Lex versuchte, sie zu beruhigen. Seine ruhigen Worte drangen langsam zu ihr durch und berührten sie gleichermaßen, wie sie sie verwirrten, wenn sie in diesem Zusammenhang an ihre Mutter dachte. Dennoch löste sie langsam die Schockstarre und sie schüttelte unmerklich den Kopf auf seine Frage hin, ob er ihr jemals etwas Schlechtes getan hatte. „Nein“, kam es zögerlich von der Schülerin und sie schaffte es sogar, dass ihre Arme sich etwas hoben und sie sich mit den Händen in seinen teuren Anzug krallten und sie sich an ihn zog und so indirekt die Umarmung erwiderte. Seine Worte brachten sie zum nachdenken und wieder kam dieses unbestimmte Schuldgefühl in ihr auf, während sie erfolglos versuchte die Tränen in ihren Augen wegzublinzeln. „Ich... ich vermisse dich auch Daddy“, flüsterte sie und seine Worte brachten alle Dämme in ihr zum Einsturz. Ungehindert flossen die Tränen über ihre blassen Wangen, während sie ihr Gesicht an seiner Brust versteckte und stattdessen den Anzug durchdrängte. „Mum hat einfach unsere Sachen gepackt und mich am nächsten Tag in ein Flugzeug gesetzt. Sie wollte auch gar nichts sagen warum, was passiert war. Sie hat nur immer wieder gesagt, dass du gefährlich bist und ich nicht mit dir reden soll und mich auch bei Grandma und Grandpa nicht melden soll und niemanden sagen darf, wo ich bin. Nur sie, Onkel Rheet, Tante Julie und Peyton wissen, dass ich hier bin. Ich hab sie immer und immer wieder gefragt, was los ist, aber sie hat einfach nichts gesagt und immer nur genuschelt, dass du gefährlich und böse bist. Dabei hast du nie mit mir geschimpft. Ich weiß gar nicht was ich falsch gemacht habe, dass sie mich weggeschickt hat“, plapperte sie wasserfallartig und mit Tränenerstickter Stimme, ohne zu bedenken, was ihre unbedachten Worte vielleicht anrichten könnten, los, während sie sich wie eine Ertrinkende an Lex klammerte und ihr die Tränen weiterhin ungehindert über das Gesicht kullerten. „Aber was wird Mum sagen, wenn ich wieder bei dir wäre? ...und Peyton?“, mit großen, geröteten Augen blickte sie zu ihm auf. Auch wenn das Leben mit ihrem Cousin eine Umstellung war, war es doch ganz lustig gewesen bis jetzt. Die Aussicht jedoch, wieder bei ihrem Vater sein zu können... unweigerlich drängte sich ihr die Frage auf, ob sie sich jetzt entscheiden musste, bei wem sie lieber war. Eine Frage die sie nicht beantworten konnte. Schniefend wischte sie sich die Tränen mit dem Ärmel aus dem Gesicht. „Ich weiß gerade gar nichts...“, gab sie tonlos offen und ehrlich zu und nickte. „Ich darf dich alles fragen? Und du erzählst mir die Wahrheit und nicht wie Mum...“, fragte sie vorsichtig nach, nichtsahnend, dass sie Lex damit die Möglichkeit gab, die Wahrheit nach seinen Gunsten zu gestalten. Für einen Moment schloss sie die Augen, als er sich etwas von ihr löste, ihr Gesicht umfasste und einen sanften Kuss auf ihre Stirn drückte. Tief atmete sie den Geruch ihres Dads ein, ein Gemisch aus seinem Aftershave, Büchern, Leder und Wald. Etwas das sie schon von klein auf immer beruhigt hatte und so schaffte er es auch jetzt, die Schülerin zumindest für den Moment, zu beruhigen. „Okay...“, kam es schüchtern von der Blondine und sie blickte zu ihm auf, „aber was ist Mum? Wenn sie erfährt...“, fragend sah sie in die blauen Augen ihres Dads und die Angst und Zwiespältigkeit in ihrem Blick war nicht zu übersehen.

@Lexian Bartholomew Rutherford



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#6

RE: But you do not know what hell you put me through l 31.03.2018 l später nachmittag l Lex & Fleur l geschlossen

in März - April 29.07.2018 23:51
von Lexian Bartholomew Rutherford (gelöscht)
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Es war ein heikles Auf und Ab meiner Emotionen hier mit Fleur zu sprechen. Doch eines überwiegte alles. Die Liebe zu ihr. Diese reine, unfassbare und fast schon obsessive Liebe zu meiner Tochter, die mir mehr bedeutete als alles andere, was ich in meinem Leben hatte. Sie war mein Fleisch und Blut und ich liebte sie. So sehr, dass ihre Abweisung mich für einen Moment wirklich aus der Bahn riss. Doch ich musste einen kühlen Kopf bewahren. Ich musste sie für mich gewinnen.
Als sie so schlaff gegen mich sackte, hätte ich am liebsten ihre Schultern genommen und sie geschüttelt. Es fühlte sich so leblos... so falsch an. Doch ich drückte sie stattdessen nur enger an mich. Ihren zierlichen, zitternden Körper "Fleur", flüsterte ich leise und mit unendlicher Trauer in meiner Stimme. Sie klang so schwer und verzweifelt, dass ich selbst überrascht war, zu wie viel Emotionen ich fähig war. Als ihre Hände sich in meinen Anzug gruben schluckte ich. Ob der Anzug teuer war oder nicht war mir in diesem Moment eher weniger wichtig. Mir ging es darum nicht direkt in eine Hassrede über ihre Mutter auszubrechen. Ich musste trotz der unerwartet chaotischen Gefühlslage in meinem Inneren einen kühlen Kopf bewahren. Es wurde allerdings schwieriger, als auch sie zugab mich zu vermissen. Aber verwunderte es mich? Nicht wirklich.. immerhin hatte ich stets gut für sie gesorgt. Ich hatte ihr alles gegeben, was ich ihr geben konnte. Sie war mein teuerster Schatz und sollte es besser haben, als ich als Kind. Ein kurzweiliges Lächeln schob sich in meine Züge und ich setzte einen Kuss auf ihr Haar.
Doch fast augenblicklich wurde meine Geduld einmal mehr auf die Probe gestellt, als meine kleine Prinzessin anfing zu plappern. Mit jedem ihrer Worte schien mein Herz schneller zu schlagen. Ich wendete mein Gesicht und meinen Blick der Decke des Museums zu, ehe sich langsam meine Augen schlossen. Ich rang regelrecht um Fassung und versuchte den Zorn über Lillys doch recht raffinierten Plan zu überdecken. Doch die Frau hatte vergessen, dass ich wusste wo ihre Familie lebte. Und sie hatte wohl wirklich nicht damit gerechnet, dass ich genug Ausdauer, Geld und Leute besaß und Fleur irgendwann finden würde. Dafür würde dieses Miststück bezahlen. Ich würde mir etwas ausdenken, wie ich sie lange und schmerzhaft quälen konnte. Vielleicht nicht einmal in körperlicher Hinsicht.. die Psyche eines Menschen war so viel schmerzvoller, wenn sie einmal gebrochen war.
Doch jetzt atmete ich tief durch und wendete meinen Blick zu meiner liebsten Tochter herab. "Es ist okay. Deine Mutter dachte, es wäre eine gute Idee, Liebes. Du wusstest es nicht besser." Ich strich ihr mit der Hand sanft über die tränennasse Wange. "Sie werden außer sich sein und versuchen dich von mir fernzuhalten." Ich lächelte. Doch so warm das Lächeln auch wirken sollte, es erreichte meine Augen nicht, die schon den eher finsteren und 'ehrgeizigen' Ausdruck inne hatten, welcher nur im Ansatz beschrieb, dass ich mich alles andere als weghalten lassen würde von Liz. Ich hatte mehr Recht darauf ihre Nähe zu genießen als alle anderen hier. Ich würde kein dahergelaufenes Mitglied dieser räudigen Familie ihrer Mutter akzeptieren, welches uns auseinander halten wollen würde. Meine Versuche sie zurück auf meine Seite zu ziehe würden nur erbitterter werden.. und vielleicht auch gewissenloser? Aber noch waren es nur Worte und keine Taten, die Fleur in meine Richtung lenken sollten.
Vorsichtig strich ich ihr Haar zurück und lächelte weiter. "Du kannst mich alles Fragen. Jede Frage die dir schon immer auf der Zunge gebrannt hat. ich werde alles beantworten, Liebes. Egal wie gewagt oder unsinnig du glaubst, dass deine Fragen seien." Chance Nummer eins. Wenn ich es geschickt anstellte würde Fleur mir vielleicht gar nicht mehr von der Seite weichen wollten - Nein. Soweit sollte ich vielleicht nicht denken. Es brauchte sich er etwas mehr Arbeit, als ein Gespräch. Doch wenn es nach mir ginge, würde ich sie augenblicklich nehmen und mit in mein Loft schleppen. Genügend Schlafzimmer waren schlussendlich vorhanden und im großen und Ganzen war es lediglich eine Übergangslösung. Ich wusste noch nicht wie ich mich niederlassen wollte hier in Portland. Oder ob ich es überhaupt wollte. Eigentlich vermisste ich England... Doch irgendwie auch nicht. Mein eigener Vater saß mir hier nicht im Nacken und ich hatte das Gefühl hier weitaus mehr erreichen zu können. Vielleicht also sollte ich über diese Möglichkeit länger sinnieren, als sie direkt abzuschmettern und zu ignorieren.
"Denken wir nicht über deine Mutter nach", sagte mich mit sanfter Stimme und löste mich leicht von Elizabeth. Immer darauf bedacht allerdings, dass sie nicht gleich wieder zu Boden ging. "Wollen wir uns nicht draußen ein schönes Café suchen?", fragte ich sie. "Wir können uns setzen und über alles reden. Ich kann allerdings auch verstehen, wenn du nun lieber gehen willst. Es steht dir frei..." Dann allerdings nahm ich eine ihrer Hände und umschloss sie mit den meinen. "Versprich mir nur eines, Liebling. Stoß mich nicht von dir, wie es deine Mutter will. Gib mit die Chance mich zu beweisen. Ich bin kein schlechter Mann. Nicht mehr als andere Menschen." Menschen konnten ziemlich schlecht sein. Und ich war ja nicht schlecht. Ich war wirklich gut in dem was ich tat. Verflucht gut, würde ich behaupten.
So nahm ich jedenfalls grinsend die Hand meiner Tochter, zog sie an meine Seite und legte einen Arm um sie. "Montgomery wird deine Sachen nehmen", meinte ich und zog sie näher an mich. Zusammen traten wir den Weg hinaus an wo sie 'Eine Wahl' hatte. Doch - ob bewusst oder unbewusst - führten meine Schritte bereits Richtung eines Cafés, welches sich nah am Museum befand. Fleur allerdings stand es weiterhin frei zu gehen, wenn sie wollte. Mein Griff um sie war nicht derart eng oder fesselnd, dass sie sich nicht lösen konnte. Andererseits waren meine Schritte sehr.. zielstrebig.

@Fleur Elizabeth Yates
Verzeih... ich konnte mich einfach nciht konzentrieren bis jetzt x.x
ich hoffe du kannst was mit anangen


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#7

RE: But you do not know what hell you put me through l 31.03.2018 l später nachmittag l Lex & Fleur l geschlossen

in März - April 02.08.2018 14:46
von Fleur Elizabeth Yates | 14 Beiträge

Hin und Her gerissen in ihrer Gefühlswelt und ihrer Loyalität ihren Eltern gegenüber, fiel es ihr schwer, objektiv zu urteilen. Sie liebte sowohl ihre Mutter, als auch ihren Vater. Ihre Mutter hatte ihr die ganze Zeit immer wieder eingetrichtert, dass ihr Vater böse sei, gefährlich und ihnen etwas antun könnte und nun stand er hier vor ihr, war um die halbe Welt gereist, nur um sie zusehen… Konnte es einen größeren Liebesbeweis geben? Ohne zu wissen, was ihre Worte bei ihrem Vater anrichteten, dass es auch ihn schmerzte, von ihr getrennt zu sein und ihre Mutter ohne sein Wissen gehandelt, sie ihm weggenommen hatte, redete sie ohne weiter darüber nachzudenken, los. Das Gesicht an die Brust ihres Vaters gedrückt, sah sie nicht, wie er nur mit Mühe beherrscht blieb, um nicht in einer Hasstirade gegenüber seiner Frau auszubrechen. Fleur selbst war viel zu sehr damit beschäftigt, ihr eigenes Gefühlschaos zu ordnen, als das sie groß auf ihren Vater hätte achten können. Sie kannte nur die Sicht ihrer Mutter, einer Frau, welche von ihrem Ehemann und ihrem Leben enttäuscht war und die ohne an die Konsequenzen für ihre Tochter zu denken, in einer Kurzschlussreaktion gehandelt hatte. Anders als Lilly, hatte Fleur Lex bisher nur immer als liebenden Vater kennen gelernt. Ihr gegenüber hatte er nie die Beherrschung verloren, ist weder laut oder gar handgreiflich geworden. In einigen Dingen war er vielleicht strenger als andere Eltern und kontrollierte mehr was sie mit wem unternahm, aber das war etwas, dass sie bis jetzt nie gestört hatte. Für einige mochte es vielleicht auch so aussehen, dass sie ein Leben im goldenen Käfig verbracht hatte und jetzt in Portland das erste Mal in ihrem Leben die Möglichkeit hatte, freie Entscheidungen zu treffen, welche nicht durch ihren Vater beeinflusst wurden. Ein Umstand, der ihr selbst erst langsam bewusst wurde, hatte sie ihr bisheriges Leben eigentlich nie so empfunden. Nichtsahnend von den Gedanken ihres Vaters oder seinem anwachsenden Hass gegenüber ihrer Mutter, redete sie einfach weiter, versuchte sich und ihre momentane Lage zu erklären, ohne dabei Partei für eines ihrer Elternteile zu ergreifen. „Es tut mir so leid Daddy“, kam es mit tränenerstickter Stimme von der Schülerin, „Mum wollte mir einfach nicht sagen was los ist. Erst als wir schon am Flughafen waren, hatte sie mir gesagt, dass ich nach Portland fliege und bei meinem Cousin wohnen soll und… und das ich jetzt Yates heiße“, flüsterte sie leise und sah mit angstvollem Blick zu ihrem Vater auf. Ihr war bewusst, dass er stolz auf seine Familie und seinen Namen war, immerhin war er ein erfolgreicher Geschäftsmann, dem Loyalität, auch die der Familie wichtig war. Wie er jedoch mit der Namensänderung umgehen würde… Fleur harrte bange Sekunden aus, während sie ihren Vater aufmerksam musterte und auf seine Reaktion wartete. „Meinst du wirklich, dass sie mir verbieten würden, dich zu sehen?“, fragte sie angstvoll. Sie freute sich ungemein, endlich ihren Vater wieder zu sehen, jedoch war da auch etwas in ihr, dass ihr Unbehagen bereitete und sie fühlte sich schuldig gegenüber ihrer Mutter und deren Familie, die sie so liebevoll aufgenommen hatte. Die Aussicht jedoch, endlich Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, bei denen ihre Mutter nur ausweichend oder gar nicht geantwortet hatte, ließen die anklagenden Stimmen in ihrem Kopf vorerst verstummen. Sie wollte Antworten, wollte endlich wissen was los war und vor allem, was es für sie schlussendlich bedeutete und nach Möglichkeit wollte sie auch ihr altes Leben zurück. Wenn ihre Mutter, die sie erst in diese Lage gebracht hatte, nicht mit der Sprache rausrückte, konnte man es ihr da verübeln, dass sie nach jedem Strohhalm griff, der sich ihr bot? Schon etwas weniger geknickt, lächelte sie ihrem Vater zu, als er ihr das Haar zurück strich. „Wirklich egal, wie dumm die Frage ist? Und du bist mir dann auch nicht böse… oder Mum?“, versuchte sie sich wenigstens ein wenig abzusichern. Ihr war jetzt schon bewusst, dass einige Fragen sehr in das Privatleben ihrer Eltern eingreifen würde und sie wollte nicht, noch mehr Unfrieden stiften, indem sie dumme Fragen stellte, die einen der beiden vielleicht verletzten. Sein Vorschlag mit dem Café gefiel ihr. Vor allem da ihre letzte Mahlzeit schon geraume Zeit zurück lag und sie auch zum Mittag nur eine Kleinigkeit hatte. Sie nickte. „Ja, ich hätte schon ein wenig Hunger“, und nach einem Blick auf ihr Handy lächelte sie, „Und Zeit hätte ich auch noch. Peyton erwartet mich erst heute Abend zum Essen um halb acht zurück“, erklärte sie ihrem Vater. „Das hatte ich doch gar nicht vor Dad… nur Mum… sie war so Angsterfüllt, dass ich mir Sorgen gemacht habe um sie und ich wusste einfach nicht was ich machen sollte“, ihr würde nicht einmal im Traum einfallen, ihren Vater von sich zu stoßen – noch zumindest nicht. Denn nun lag es in seinen Händen, was er aus dieser Chance machen würde. Noch war sie völlig unvoreingenommen, hatte weder für ihre Mutter, noch für ihren Vater Partei ergriffen. Die Möglichkeit jedoch, die sich ihr hier und jetzt bot, könnte jedoch der Anfang vom Ende sein, wenn Lex es geschickt anstellte. Abermals nickte sie, als ihr Vater seinen Arm um sie legte und sie an sich zog. „Ist gut“, kam es nur zustimmend von ihr, als sie Montgomery ganz selbstverständlich ihren Hefter in die Hand drückte und den Schlüssel zum Schließfach, in dem ihre Sachen lagen, „Schrank Nummer 37.“ Ganz ohne es zu merken oder Gegenwehr zu leisten, ließ sie sich auch schon von ihrem Vater Richtung Ausgang führen und von dort in ein kleines, gemütliches Café in der Nähe des Museums. Endlich Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, war ihr in diesem Moment einfach wichtiger, als die Mahnung ihrer Mutter, dass ihr Vater gefährlich sei. Etwas, dass ihr eh schwer fallen würde zu glauben, hatte ihr Vater weder ihr noch ihrer Mutter, jemals etwas getan – dachte sie zumindest.

Als sich kurze Zeit später auch Montgomery am Nachbartisch zu ihnen gesellte, bestellten sie und als ihre Getränke und das Stück Kuchen kam, rührte sie zunächst noch nervös in ihrer heißen Schokolade herum, unsicher, wie sie anfangen sollte, daher begann sie mit dem Naheliegenden. „Woher hast du eigentlich gewusst, dass ich in Portland bin und dann auch noch im Museum?“, begann sie. Immerhin hatten sie sich erst heute Mittag dazu entschlossen, dort die Aufgaben zu machen. „Mum hatte ja schon ein Geheimnis daraus gemacht, hatte ich den Eindruck. Und ihr ist wirklich nichts zugestoßen oder irgendeine Krankheit, von der ich nichts wissen soll?“, fragte sie besorgt. Vielleicht war es doch nicht ihre eigene Schuld und ihre Mutter war einfach nur krank und wollte nicht, dass sie davon etwas mitbekam? Wie gebannt blickte sie zu ihrem Vater, gespannt was er antworten würde.

@Lexian Bartholomew Rutherford



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