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#16

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 18.07.2018 17:27
von Emilia Walsh


| 354 Beiträge

Es waren einfach zu viele Gedanken und so wusste ich selber nicht was ich hätte sagen sollen. Hätte ich um seine Gefühle gewusst, sich im falschen Film zu befinden - Hölle, ich hätte ihm zugestimmt. Ehrlich gesagt ging es mir so schon seid längerem. Und diese Woche machte es bisher nicht wirklich besser.

Reden gehörte noch nie zu meinen Stärken, erst Recht nicht, wenn es um mich oder meine Probleme geht. Millie war da vielleicht eine große Ausnahme bisher, aber die kannte ich auch schon Ewig. Selbst mit Monkey konnte ich nicht über alles reden und das war mein bester Freund. Fast wie ein Bruder.
Wo also anfangen? Vor allem wo alles so verdammt durcheinander und verwirrend ist. Da war Clarence in den letzten Wochen echt das beste was mir passiert ist und selbst hier war ich gefühlter Maßen kurz davor die Karre an die Wand zu setzen. Vielleicht hatte Monkey tatsächlich Recht. Vielleicht passten wir nicht zusammen. Vielleicht war der Unterschied einfach zu groß. Auch wenn Millie mir immer wieder einbläute das es gerade die Unterschiede wären und alles. Kann sein das ich Blind bin oder es einfach verdränge oder mir schön rede, aber ich wollte ihr glauben. Ich meine Clarence war nicht wie andere. Wie Bullet zum Beispiel. Die beiden konnte man nicht vergleichen, weder in ihrer Art, noch in dem was ich für beide Empfand - oder mal empfunden hatte. Bei Clarence war es anders, intensiver irgendwie. Ach keine Ahnung…

Wir blickten uns in die Augen. Und das erste was mir einfiel, war mein Name. Ich meine meinen echten, richtigen Namen. Den den mir mal meine Mum gegeben hatte und nicht den, mit dem man mich auf der Straße kannte. Als ich Clarence also meinen Namen nannte, konnte ich förmlich beobachten wie es in seinem Kopf zu arbeiten begann. Clarence verstand es nicht. Unsicherheit lag in seiner Stimme und auch in seinem Blick. Aber wie sollte er es auch verstehen? Es war eben eine andere fucking Welt; mit eigenen Regeln und Gesetzen.
“Weil mich alle so nennen”, antwortete ich in offenen Ton. Und dem war ja auch so. Wenn du auf der Straße landest, wird dein Name früher oder später verblassen und in den Hintergrund treten. Es interessiert keinen mehr. Was mich betrifft, gab es nicht mehr viele die meinen Namen kannten. Millie war dabei die einzige die ihn sogar noch immer verwendete. Ihre Mutter vielleicht noch, wenn wir mal aufeinander trafen. Aber da sie zugegebener Maßen nicht viel von mir hielt, versuchte ich jeder Begegnung aus dem Weg zu gehen.
Clarence jetzt meinen Namen anzuvertrauen, war also schon etwas besonderes, jedenfalls für mich. Ich beobachtete ihn wie er meine Erklärung aufnahm. “Du verstehst das vielleicht nicht aber… ich meine da wo ich Lebe ist der Name nicht wichtig. Und manchmal ist es echt besser wenn ihn keiner kennt”, versuchte ich das drumherum etwas zu erklären. Erneut blickte ich ihn einfach nur an. Clarence wurde ungeduldiger, jedenfalls schien es so. Ich blickte in seine Augen und fast sehen wie sich seine Gedanken überschlugen. Ich wusste schon warum ich meist auf Reden verzichtete. Ich meine es gab doch soviel andere Sachen die man stattdessen machen konnte - Knutschen zum Beispiel. Ach Fuck. Ich bin ehrlich, dass hier war eine der Situationen die gerne hinter mir ließ. Oder die ich versuchte zu umgehen. Meistens verschwand ich einfach und tauchte unter bis Gras über die Sache gewachsen war. Aber jetzt war da auch etwas in mir, dass mich zwang mich dem ganzen zu stellen.

Clarence war es, der die Stille ein weiteres mal unterbrach. Dieses mal jedoch war seine Stimme voller, fordernder und wesentlich kräftiger. Er erinnerte mich gerade an einen Cop der mich mal befragt hatte.
“Nichts und weiter”, entgegnete ich verteidigend, “dachte es würde dich interessieren. Mehr nicht!” Vielleicht funkelten meine Augen einen Moment auf, aber ich versuchte nicht zu abwehrend zu reagieren. Auch wenn mir die Fragen nicht passten, irgendwie waren sie schon gerechtfertigt, schätze ich.
Ich raufte mir kurz mit beiden Händen durch die Haare und ließ meinen Blick einen Moment lang über die Gondel hinaus gleiten. Schließlich aber legte sich mein Blick wieder auf den von Clarence. “Ich hab gar nichts groß mit ihm zu tun! Wir hatten mal was am laufen, aber das ist schon ewig her”, versuchte ich mich, warum auch immer, zu verteidigen, “wir sind so was wie Nachbarn.” Eine fast schon treffende Umschreibung, vielleicht etwas unter trieben. Wobei ich durchaus versuchte ihm, wie auch Thug, aus dem Weg zu gehen. “Ich hatte keine Ahnung das er hier auftaucht, okay? Ich wollte dich wirklich nicht… keine Ahnung… ich wollte nicht das du davon was mitbekommst”, sprach ich weiter und zuckte leicht mit den Schultern.

@Clarence Masterson



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#17

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 18.07.2018 22:37
von Clarence Masterson


| 78 Beiträge

Er hatte mit Reden eigentlich nie Schwierigkeiten, jedoch sagte er immer das Falsche. Das hatte er schon in Orlando bemerkt und es zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Vermutlich war er deswegen doch etwas verwundert, dass es bis dato mit Cat hingehauen hatte. Immerhin waren sie schon öfter aneinander geraten, konnten es aber ziemlich schnell wieder bereinigen. Eine weitere Tatsache, die ihn verwunderte und auch wiederum zeigte, dass Cat und er zueinander passten. Er gab normalerweise nie nach, aber bei ihr fiel es ihm leichter und sich unter anderem seine eigenen Macken vor Augen zu halten. Sein Vater wäre gewiss Stolz auf ihn, dass er sich weiterentwickelte. Würde sie ihm sagen, was sie gerade dachte, würde er ihr doch einige saftige Worte entgegen bringen. Wenn er sich nicht von diesen Vollhonk von ihr abbringen liess, durfte sie das auch nicht tun. Jeder hatte eine Chance verdient und diese zu verlieren, obwohl er gar nichts gemacht hat, hielt er nicht wirklich für fair. Er war daher einfach froh als dieser Typ ihnen nicht nachging, sondern sie ziehen liess. Eine Erklärung dafür war sie ihm auf alle fällig schuldig. Ein Glück war er nicht so ein aufgeblasener Wicht wie dieser Bullet. Ansonsten wäre es wohl ziemlich böse ausgegangen. Sie hätten sich gewiss geprügelt. Natürlich liess er sich auch nichts gefallen, aber zu Gewalttaten neigte er so gar nicht.

Als sie ihm ihren Namen verriet, war er irgendwie verwirrt. Er dachte, sie würde Cat heissen? Das sie ihn anlog, hatte er nicht erwartet. Natürlich ging er davon aus, dass sie einiges vor ihm verheimlichte, weswegen sie auch immer schön seinen Fragen auswich, aber das sie ihn anlügen könnte? Davon wäre er niemals ausgegangen. "Du meinst mit alle, die Jungs, welche dir auch den Raum im Ground control gezeigt haben?", fragte er dann an. Im Grunde musste sie nie sagen, dass sie auf der Strasse lebte oder fast auf der Strasse lebte. Der Westen der Stadt war wohl alles andere als dafür bekannt, dass es dort den Leuten so wunderbar gut ging. Viele waren arbeitslos, drogenabhängig oder schlugen gar eine kriminelle Laufbahn ein. Da sie ihn ausgeraubt hatte, konnte er sich denken, zu welcher Gruppierung sie gehörte. Auch, wenn er es nicht wahr haben wollte, er hatte sich linken lassen, denn er war auf sie reingefallen und hatte seine Prinzipien über Board geworfen. Irgendwas an ihr, hatte ihn zumindest etwas verändert und er wollte definitiv nicht, dass dies alles für die Katze war, weswegen er weiter zuhörte.
Natürlich wusste er nicht, wie es war, auf der Strasse zu leben. Er wuchs priviligiert auf, hatte immer etwas zum Essen und musste sich über Geld keine Gedanken machen. Ob er das geführte Leben lieber hergeben würde, wenn er dafür seinen Vater und seine Mutter hätte? Vermutlich würde er das, denn ein einsames Leben, war seiner Meinung kein wirkliches Leben. "Warum zeigst du mir dann nicht, wo du lebst? Bringst es mir näher?", kam er direkt mit dieser Frage um die Ecke. Natürlich fiel ihm auf, dass es ihr schwer fiel, sich ihm anzuvertrauen, weswegen seine Frage wohl doch etwas zu voreilig war, aber er war schon immer sehr direkt und stellte die für ihn richtigen Fragen. "Du meinst damit die Polizei? Ich habe dich nach dem Überfall nicht verpfiffen, ich habe meiner Tante nichts von dem nächtlichen Besuch erzählt. Nicht, weil ich ihr nicht vertrauen würde, sondern um dich zu schützen, Cat." Es würde wohl schwer werden, diesen Namen durch Emilia zu ersetzen, weswegen er gleich eine Frage stellen würde. "Ich wollte dich kennenlernen und nicht dein falsches Ich, dass du jeden demonstrierst.", erklärte er daraufhin. Er war enttäuscht. Vermutlich hätte er nicht mehr mit ihr geredet, hätte sie nicht eine gute Sache getan. Sie stand zu ihm und das auch vor diesem Bullet. "Wie willst du lieber genannt werden? Cat oder Emilia?" Da war sie die Frage. Im Grunde eine Art Lichtblick für sie, denn er dachte nicht im Geringsten daran, dass alles nun abzubrechen. Er war verliebt und sie versuchte ja nun richtig zu handeln, indem sie ihm etwas Wahres von sich preisgab.

Das sie ihn anfunkelte, war gerade das kleinere Übel. Er würde gewiss nicht sagen, dass er sie kannte, aber war es nicht bei jeden Menschen so, dass er nicht über solche Dinge sprechen wollte? Über wichtige Dinge, die einen angreifbar werden liessen? Er verstand sie daher in dieser Hinsicht. Was er jedoch nicht verstand, war die Tatsache, dass sie ausgerechnet mit diesem Proll mal etwas am Laufen hatte. "Wenn du sagst, du hattest mit ihm etwas am Laufen, dann heisst das, was? Das ihr verliebt wart?" Irgendwie fiel es ihn schwer, den Kerl, den er vorhin gesehen hatte, sich in irgendeiner zwischenmenschlichen Beziehung vorzustellen. Klar, sah man, dass er kein einfaches Leben hatte und vermutlich hätte er ihn auf den ersten Blick für älter gehalten als er tatsächlich war, aber das war ein anderes Thema. Die einzige Frage, welche sich in seinen Kopf eingenistet hatte, war wohl, wie alt sie denn war als sie etwas mit ihm hatte? Oder war sie gar keine 16 wie sie ihm gesagt hatte? Irgendwie musste er gerade alles in Frage stellen. Ob das nun gut oder schlecht war, konnte er nicht sagen. "Ewig her? Was ist denn ewig für dich?" Ja vielleicht kam da nun auch zu der Neugier eine ungesunde Portion Eifersucht hinzu, aber er war auch nur ein Mensch und es sprach für sie oder etwa nicht? "Du wolltest nur, dass ich nur das sehe, was du bereit bist, mir zu zeigen. Ich habe schon verstanden. Wovor hast du solche Angst? Ich meine, es ist doch wohl offensichtlich, dass ich in dich verliebt bin und das du mir offenbar vertrauen kannst. Ich bin weder zur Polizei gegangen, noch habe ich sonst noch etwas gemacht, was dich in Schwierigkeiten bringen könnte. Also warum bist du so geheimnistuerisch?" Er verstand es einfach nicht und hoffte, dass sie ihm nicht wieder ausweichen würde, denn das war er satt. Er würde sich seine Antworten schon irgendwie besorgen. Das Problem dabei war wohl vielmehr, was dann davon wahr war und was nicht.

@Emilia Walsh



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#18

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 19.07.2018 16:10
von Emilia Walsh


| 354 Beiträge

“Nein meine ich nicht”, antwortete ich vielleicht viel zu schnell und verzog dabei ungläubig das Gesicht. Das klang fast so als wäre ich ständig da unten um mit irgendwelchen Typen rum zu machen. Und das stimmte einfach nicht. “Mit alle  meine ich das Krähennest oder das Westend… eben alle  die mich kennen”, verteidigte ich mich mit fester Stimme. Das er dachte, ich hätte ihn angelogen, Hölle wenn ich das geahnt hätte. Ich meine es war keine Lüge. Es war einfach mein Name. Oder jedenfalls der gebräuchlichste von denen die ich hatte. Denn was das Lügen anging, hatte ich meine eigenen Regeln. Zugegeben, meistens legte ich die Regeln so aus wie es mir gerade nützlich war aber… hey wenn man alleine klar kommen muss greift jeder auf seine Möglichkeiten zurück, oder?

Ich fühlte mich tatsächlich unwohl. Vielleicht war es dabei sogar ganz gut das wir gerade in einer Gondel des Riesenrades saßen. Es bewegte sich übrigens gerade erneut einige Meter weiter in die Höhe, nur um erneut zu stoppen. Ansonsten wäre ich vielleicht abgehauen. Der Drang jedenfalls war da, auch wenn der Wille, es wirklich durchzuziehen, noch größer war. Vielleicht war eben dieser Wille auch das was mich ruhig blieben ließ.
Seine nächste Frage, so gut ich sie auch verstehen konnte, ließ mich leise seufzen. Für mich lag es einfach auf der Hand warum ich ihn nicht ins Krähennest mitnehmen wollte. Selbst Millie hatte ich unter Androhung der Todesstrafe verboten ohne mich ins Krähennest zu kommen. Es ging also nicht mal darum das ich ihm nicht Vertraute. Denn wenn ich ehrlich zu mir war, dann vertraute ich ihm, auch wenn es mir schwer viel es überhaupt zuzulassen. Clarence redete weiter. Er war direkte und machte mir ziemlich deutlich was er wollte. Ich konnte ihn sogar verstehen nur… Mein Blick legte sich erneut auf seine blauen Augen. “Weil ich nicht will das du siehst wie ich lebe!”, polterte es aus mir raus. Ich nahm einen tiefen Atemzug und lehnte mich etwas zurück. “Und du musst mich bestimmt nicht beschützen”, meinte ich in fast schon trotzigem Ton. “Es ist nicht so das ich es nicht will, okay. Es ist einfach so das… die Gegend ist einfach nichts für dich”, meinte ich wesentlich ruhiger weiter. Er hatte doch eben Bullet erlebt und jetzt wollte er allen ernstes ins Nest? Dahin wo lauter solche Typen rumranten? Okay… ich rannte da auch rum aber… Bei seinen Worten, das er mich kennenlernen wollte, blickte ich ihn erneut an. “Vielleicht bin ich genau das?”, seufzte ich und richtete mich erneut auf. Es war als würde ich auf Kohlen sitzen und keine Position wäre angenehm. Wobei sich anzulehnen wirklich noch unangenehm war, auch wenn die meisten Prellungen am Rücken zurückgingen. Mein Blick wanderte über Clarence’ Gesicht. Die aufkommende Ruhe, durch die mittlerweile erreichte Höhe war eine Wohltat. Hier oben fühlte ich mich sicher, noch dazu wo Clarence dabei war. Selbst wenn ich nur ungern solcher Art von Gesprächen führte. Hier oben und mit ihm war es einfach anders. Ein tiefer Atemzug füllte meine Lungen.
“Bin ich es nicht die du kennen lernst?”, fragte ich schließlich etwas verunsichert. “Warum muss es so kompliziert sein? Es sind nur beschissene Namen”, raufte ich mir leicht verzweifelt durch die Haare. Die Sache wurde wirklich kompliziert. Aber vielleicht war es genau das was gerade nötig war? “Emilia - wenn du willst kannst du mich Emilia nennen”, meinte ich schließlich und blickte nur leicht auf. Ich hatte mir nie Gedanken über Namen gemacht. Aber wenn ich jetzt drüber nachdachte dann… ich meine Cat war die starke. Cat war es die im Krähennest überlebte und sich ihren Ruf erarbeitete. Emilia kannte kaum noch einer.

War ich in Bullet verliebt? Ich empfand auf jedenfall etwas für ihn aber ob es wirklich liebe war?
“Wenn ich sage das wir was am laufen hatten, dann meine ich das wir zusammen waren. Hast du noch kein Mädchen gehabt?”, hörte ich mich erneut in verteidigendem Ton antworten. Und erneut musste ich mich, ob des unangenehmen Themas bremsen nicht wie üblich zu reagieren. “Ich weiß es nicht ob es liebe war. Er war einfach da und er war nicht so wie heute”, versuchte ich zu erklären als Clarence schon fragte was für mich ‘ewig’ wäre. War er etwa Eifersüchtig? Ich betrachtete ihn und ein schwaches lächeln wanderte für einen Moment über meine Lippen. “Ich war vierzehn oder dreizehn. Und wenn du alleine klar kommen musst ist das einfach Scheiße. Ich meine klar, ich hatte Monkey und Millie aber… Es hatte sich einfach ergeben. Ich meine ich war für alle nur ein Kumpel und so. Und er hatte sich eben für mich als Mädchen interessiert, nicht als Kumpel. Und selbst das hielt nur zwei oder drei Monate”, versuchte ich zögerlich und in leisem Ton zu erklären. Versuchte ich mich gerade echt zu rechtfertigen? Oder zu verteidigen?
Mein Kopf legte sich in meinen Nacken und ich musste leise aufstöhnen. Oh man das klang wie ne beschissene Liebes Geschichte von diesem Will oder Willie auf den Millie so stand.
“Scheiße ich wollte das du mich anders siehst!”, antwortete ich viel zu schnell auf seine letzten Worte. “Und ich bin bestimmt nicht geheimtuerisch! Ich will einfach nicht das du in Schwierigkeiten gerätst. Ich will auch nicht das du meine alte Matratze oder mein Loch siehst. Und ich wollte bestimmt nicht das du mit Typen wie Bullet aneinander…”, ich stutzte und wurde abrupt still. Noch einmal wiederholten sich seine Worte in meinem Kopf. “Was hast du eben gesagt?”, fragte ich und schaute ihn an. “Verliebt?”, wiederholte ich das Wort das er benutzte. Ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher ob es einfach nur im Affekt fiel, oder ob er es tatsächlich so meinte. In jedem Fall aber löste es etwas in mir aus und bremste mich auf Null ab. In dem Moment gerade, wusste ich selber nicht was mit mir passierte. Ich blickte ihn einfach nur an.
“Ich vertraue dir Clarence”, fand ich meine Stimme wieder, “und wenn du wirklich willst, zeige ich dir das Krähennest… keine Geheimnisse.” - War das gerade mein ernst? Wusste ich eigentlich noch was ich da redete? Irgendwas musste doch mit mir nicht stimmen! Irgendwas war anders, ganz anders… aber… vielleicht war es ein Fehler, aber dann einer den ich gerade gerne bereit war zu machen - Hölle ich war doch... ach Fuck!

@Clarence Masterson



zuletzt bearbeitet 19.07.2018 16:11 | nach oben

#19

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 19.07.2018 21:02
von Clarence Masterson


| 78 Beiträge

Natürlich hatte er das nicht so gemeint. Er wollte nur sicher gehen, dass sie bei Bullet von einen dieser Kerle sprach, die ihr eben diesen Raum gezeigt hatten. Natürlich passte es ihm nicht, dass dieser Kerl sich einfach in ihr Date  eingemischt und es irgendwie auch dezent ruiniert hatte. Das sie vermutlich mehr Erfahrung hatte, davon ging er bereits aus und das vom ersten Augenblick an. In jeglicher Hinsicht, aber sein Gedanke war sicherlich nicht, dass sie mit allen rumgemacht hat. Er wollte nur herausfinden, wie eng sie mit diesem Kerl war. Im Grunde musste es ihm egal sein, was vor seiner Zeit war, wenn sich zwischen ihnen etwas entwickeln soll. Aber es hatte einfach gerade alles ruiniert. Ein Glück reagierte er nicht, wie sonst immer. Pampig und angepisst. Das er sich belogen fühlte, sollte nicht wirklich verwunderlich sein, denn ihr Name war wohl Emilia Walsh und nicht Cat. Wer auch immer ihr diesen Namen gegeben hatte, es war nicht ihr Rufname, weswegen sie sich bewusst mit dem falschen Namen bei ihm vorgestellt hatte.

Das sie sich beide gerade nicht wirklich wohl fühlten, sah man ihnen wohl auch an. Sein Blick blieb vor allem kritisch. Er wollte einfach geklärt haben, wie sie nun zueinander standen und ob ihre Interesse aneinander in dieselbe Richtung ging. Das es immer mal wieder stehen blieb und sich dann wieder etwas fortbewegte, nahm er kaum wahr. Sein Blick blieb vor allem auf Emilia gehaftet, wartete er immer noch auf die ein oder andere Antwort bzw. Erklärung. Es ging ihm nicht einmal darum, dass sie ihm zeigen musste, wo sie lebte und vor allem wie. Aber sie erklärte ja nicht einmal, ,warum sie sich so im Verborgenen aufhielt. Ihm war klar dass sie zum Beispiel eigentlich zur Schule gehen sollte, musste und doch tat sie das nicht. Er konnte durchaus eins und eins zusammenzählen. Dennoch wäre Ehrlichkeit wünschenswert. Sie musste ihm gewiss nicht alles erzählen, aber warum sie die letzten Tage verschwunden war, würde ihn dennoch interessieren. Das sie ihr Essen nicht gerade mit ehrlicher Arbeitet verdiente, hatte er ja am eigenen Leib erfahren. "Es geht mir nicht darum, wie du lebst und du musst es mir nicht zeigen. Ich will nur etwas mehr Offenheit und Ehrlichkeit haben. Du willst nicht wissen, wie ich mir die letzten Tage Gedanken gemacht habe. Wir hatten einen schönen Nachmittag im Ground Control, du bist mit zu mir bekommen, ich habe dir alles, was du wissen wolltest, erzählt und wir haben uns geküsst. Ich küsse nicht jedes Mädchen und dann klingelt dein Handy und du bist einfach Tagelang verschwunden, reagierst nicht auf meine Nachrichten. Ich weiss, wie wir uns kennengelernt haben.", gab er dann noch den Wink mit dem Zaumpfahl. Es hätte ihr sonst etwas passieren können und er hätte es nicht einmal mitbekommen, da er nicht wusste wie sie richtig hiess und wo sie wohnte. "Das ich in die Gegend nicht passe, ist mir klar. Du solltest einfach aufhören, nur an dich zu denken und mich selbst entscheiden lassen, was zuviel für mich ist und was nicht." Er war alt genug und wusste, worauf er sich einliess und trotzdem tat er es. Er musste Emilia daher wirklich gerne habe, denn ansonsten würde er sich das gar nicht antun. Er zuckte dann aufgrund ihrer Antwort mit den Schultern. "Das kann schon sein, aber du heisst wohl Emilia und nicht Cat. Kennt Millicent wenigstens deinen Künstlernamen?", fragte er dann an. Er hatte doch erst vor wenigen Tagen überlegt, sie einfach anzusprechen, hatte es sich dann aber aus unerklärlichen Gründen doch anders überlegt. Wie er einfach nur so dasitzen konnte und im ruhigen Ton all das von sich geben konnte, was er gerade von sich gegeben hatte, hielt er für ein kleines Wunder. In ihm drin sah es nämlich doch anders aus.
"Ich weiss es nicht. Ich meine, du verheimlichst soviele Dinge. Es geht mir nicht darum, dass ich nicht haargenau weiss, mit wem du liiert warst, sondern viel mehr um deinen echten Namen und wie es sein kann, dass du dort lebst, wo du nun einmal lebst. Ich dachte nicht wirklich, dass ich so intolerant bin oder so arschig, dass ich dich deswegen auslachen könnte." Vermutlicch verstand sie ihn nicht wirklich. Es war kein beschissener Name, es war ihr Name. "Es ist nur kompliziert ,weil du verheimlichst.", meinte er und als sie meinte, dass er sie Emilia nennen könnte, nickte er. Dieser Name gefiel ihm irgendwie besser.

"Ich hatte dir erzählt, dass ich eine Freundin damals in Orlando war. Darum geht es nicht." Vielleicht ging ihm auch einfach nur die Muffe, weil sie somit erfahrener als er war und es schön gewesen wäre, wenn es eben nicht so wäre, wenn er ihr vielleicht das ein oder andere erste Mal beschert hätte, aber dies anzusprechen, traute er sich nicht. Das dieser Bullet nicht so war wie heute, beruhigt ihn doch etwas. Jedoch war das ja auch nicht das Problem. Es lag vor seiner Zeit. Er hasste es gerade, wie er sich fühlte und das er ausgerechnet auf diesen Bullet eifersüchtig war. Dass sie nicht mehr das für ihn übrig hatte, wie es mal in der Vergangenheit war, konnte man ja heute deutlich sehen, aber irgendwie zeigte es ihm auch, dass sie einen anderen Umgang eigentlich suchte und er wohl wirklich nur ein Opfer wäre, hätte er sich nicht dagegen gewehrt. Ihre Erklärung klang zumindest logisch, auch wenn er natürlich keine Ahnung hatte, wie es sich tatsächlich anfühlte, immer nur gefriendzoned zu werden. Bei ihm gab es meistens nur zwei Richtungen. Entweder man mochte ihn oder man mochte ihn nicht und wenn man ihn mochte, blieb es meistens bei der Freundschaft. Wenn er sich jedoch jetzt vorstellte, dass ausgerechnet Emilia ihm nun mitteilen würde, dasss sie ihn nur als Freund haben mochte und das jedes Mal ein Mädchen sagte, würde er wohl auch so reagieren wie sie es tat. Er schüttelte den Kopf. "Du bist geheimnistuerisch und wir wären wohl nun kaum in diese Lage gekommen, hättest du mir einfach davon erzählt. Natürlich will ich nichts mit dem Proll von eben zu tun haben. Ich will jedoch etwas mit dir zu tun haben und um solche Dinge zu umgehen, musst du einfach ehrlich sein. Es macht nämlich den Eindruck als ob du mir nicht vertrauen würdest.", platzte es aus ihm heraus. Als sie dann doch realisierte, was er gerade gesagt hatte, legte er seinen Kopf schräg. "Ja, ich denke ich bin verliebt. Ich habe mir wohl nie wirklich soviele Gedanken über eine Person gemacht wie über dich." Natürlich sprach das nicht gerade für ihn als Person, aber es war die Wahrheit. Er war stets alleine und somit auf sich alleine gestellt, da sein Vater immer am Arbeiten war. Natürlich war er da sich selbst am Nächsten. Er schüttelte dann seinen Kopf. "Du wolltest es mir nicht zeigen und es ist mir auch nicht wichtig, es zu sehen. Vermutlich würde ich dich dann sofort mit zu mir nehmen, egal, was meine Tante sagt. Es geht mir einfach um mehr Offenheit und wenn ich dich etwas Frage, dass du denen, welche dir unangenehm sind, nicht ständig ausweichst. Ich will dich kennenlernen und dazu gehören auch deine schlechten Eigenschaften. Meine kennst du ja auch." Er wusste, dass es nichts bringen würde, sie nun aufzufordern, ihm ihre Geschichte zu erzählen. Sie musste es von sich aus machen wollen. Jedoch gab er sich einen Ruck und griff nach ihrer Hand. "Ich will es wenigstens versuchen mit dir. Es ist mir egal, wie du lebst, woher du kommst, ob du viel hast oder wenig oder gar gar nichts. Verschleier nicht dein wahres Ich vor mir, bitte."

@Emilia Walsh



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#20

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 20.07.2018 13:46
von Emilia Walsh


| 354 Beiträge

Clarence Worte hallten wie ein Echo in meinem Kopf wieder. “Ich bin ehrlich verdammt!”, knallte es schon aus mir heraus während meine Augen für einen Moment auf blitzten. Ich hatte ihn nicht angelogen, jedenfalls nicht nach meinen Maßstäben… okay ich hatte auch nicht alles erzählt aber das war doch kein Lügen! Aber war es vielleicht doch unehrlich? War ich dann auch unehrlich zu mir selbst? Scheiße, jetzt brachte er mich auch noch zum Nachdenken. Die Erinnerungen an den Tag im Ground Control und dem Abend, ließen ein kurzes lächeln über meine Lippen wandern. Als er dann aber mir dem Handy und dem Anruf anfing, war es damit auch schon wieder vorbei. In mir rotierte es gewaltig. “Weil du es nicht verstehen würdest. Und…”, ich schnaufte kurz stöhnend durch und blickte in aus dem Augenwinkel an. Er traf genau ins schwarze. Ich dachte tatsächlich nur an mich. Im Westend dachte jeder nur an sich. Langsam aber sicher dämmerte es mir. Jedenfalls fing ich an einige Dinge aus anderen Blickwinkeln zu sehen, oder ich versuchte es jedenfalls.

Ich versuchte etwas zu sagen, ich setzte an aber ich konnte nicht. Ich blickte ihn einfach nur an. Ich wurde nachdenklich, vielleicht war ich auch gerade ziemlich überfordert. Normalerweise führte ich solcher Art Gespräche mit einer ganz anderen Intensität. Und normalerweise beharrte ich auf mein Recht aber… ich schaute ihn an und konnte nicht. Viel eher begannen die Gedanken und Überlegungen in meinem Kopf zu rotieren. “Millie kennt so fast ziemlich alles über mich…”, antwortete ich leise ohne ihn anzublicken. “Und ich verheimliche…”, setzte ich verteidigend an ehe ich abrupt stoppte. Okay das tat ich. Den Punkt hatten wir schon. In dem Moment wo ich nicht alles erzählte, verheimlichte ich es. Dieses ganze nachdenken und reden machte mich langsam schwindelig im Kopf. Mit kreisenden Gedanken hörte ich ihm weiter zu.
Er hatte den Eindruck ich würde ihm nicht vertrauen? “Das ist nicht wahr!”, konterte ich ebenso schnell und blickte ihn mit einem guten Teil Verzweiflung an. “Ich vertraue dir mehr als du denkst! Aber du… du willst Dinge wissen die nicht gut sind…”, polterte ich los, bis ich stockte. Er war verliebt. Das hatte er eben gesagt. Und er hat sich Gedanken gemacht, über mich. Seine Worte setzten etwas in mir in Bewegung und ich hatte das Gefühl als würde ich aus voller Fahrt eine voll Bremsung hinlegen.

Als er nach meiner Hand griff, war es wie ein Schlag. Ich blickte langsam auf und schaute ihn an. Selbst in meinem Kopf war plötzlich absolute Stille. Seine Berührung löste in mir Gefühle aus die nicht kannte, nicht in dieser Form und bestimmt nicht in dieser stärke. Fuck… ich… “Ich war zehn oder elf als meine Mum starb. Sie war auf dem Heimweg aus dem Krankenhaus, sie war Krankenschwester. An der Bushaltestelle wo sie jeden Tag wartete…”, ich nahm einen Atemzug, wandte aber nicht meinen Blick von ihm, “der Typ hatte zu viel getrunken. Es hieß er hätte die ganze Nacht gefeiert und dann ist er einfach in diese Bushaltestelle gerast.” Ich hatte noch nie mit jemandem so darüber geredet. Millie und Monkey wussten es. Es stand in der Zeitung. Ich musste nie viel reden. Nicht so. “Ich hatte eine gute Mum und ein normales leben. Vielleicht nicht soviel Kohle wie du aber normal”, erzählte ich nach einer kurzen Pause weiter. “Als nach zwei Wochen oder so die Miete ausblieb und der Kühlschrank leer war, hab ich mir geschnappt was ich tragen konnte und bin abgehauen. Zuerst kam ich ein paar Tage bei Millie unter aber ihre Mum verdiente auch nicht soviel und… naja sie meinte das Amt müsste sich um mich kümmern. Also bin ich auch da weg und zu Monkey. Der hat mal im selben Haus gelebt wie wir aber weil ihn sein alter nur verprügelt hat… im Krähennest war er sicher. Naja er war zwar nicht begeistert aber er hat mich auch nicht weggeschickt”, sprach ich mit leisen Worten und zuckte knapp mit den Schultern. “Und dann kam eines zum anderen… ich hab gelernt für mich selber zu sorgen. Ich mag die Freiheit und…”, ich stockte abermals und erneut zuckten meine Schultern etwas nach oben, “ja… das bin eben ich”, beendete ich leise meinen Satz.
“Das wertvollste das ich besitze ist ein altes Fotoalbum - oh und deinen Rucksack und die Uhr”, schmunzelte ich leicht. Ich hatte nichts versetzt, obwohl die Uhr einiges Wert zu sein schien.
Einen Moment lang ließ ich den Blick über die Dächer gleiten ehe ich einen tiefen Atemzug nahm und Clarence anschaute. “Ich… mag dich… und… irgendwie hast du… ich meine…”, begann ich unsicher zu stammeln. Warum konnte ich nicht einfach sagen was ich für ihn empfand? Es folgte noch ein tiefer Atemzug und ich wandte mich ihm etwas weiter zu, während sich meine Hand etwas fester um seine legte. Es war eine Zwickmühle. Ich wollte offen und ehrlich sein zu ihm. Ich wollte keine Geheimnisse haben aber ich konnte ihm doch nicht alles erzählen, oder? Ich meine…
“Du willst das ich offen bin, okay. Keine Geheimnisse. Aber dann versprich mir das du nie ohne mich ins Westend gehst”, forderte ich ihn mit festem Blick auf. Hatte ich mir das gut überlegt? Ich glaube Millie wäre stolz auf mich und Monkey würde mich für absolut verrückt erklären. Und im prinzip war es das auch… total verrückt. Und genauso fühlte ich mich auch… verrückt.

@Clarence Masterson



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#21

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 21.07.2018 15:45
von Clarence Masterson


| 78 Beiträge

Als sie lauter wurde, fragte er sich ernsthaft, ob das nun sein musste? Auch er hatte ihr einige Vorwürfe aufgrund ihres Verhaltens machen müssen ohne das er laut dafür geworden war und sein Vater weiss sehr genau, dass ihm das immer sehr schwer gefallen war, obwohl ihm das in dem Moment sogar mehr egal war als das Aufblitzen in ihren Augen. Es war wohl auch ziemlich schwer zu sagen, dass man nicht gelogen hatte. Für manche war ein Verheimlichen bereits eine Lüge. Für andere wiederum war eine Notlüge in Ordnung und der dritte sah ein Lüge nur dann, wenn er diese entlarvte. Er gehörte wohl zur ersten Gruppe, denn wenn man einem nicht die komplette Wahrheit sagen konnte, dann sollte man gar nichts sagen. «Du hast es noch nicht einmal versucht, mir zu erklären. Woher willst du also wissen, dass ich es nicht verstehen würde?» Er für seinen Teil fand schon, dass er ziemlich grosszügig im Entgegenkommen war und er wusste ja, dass sie ihr Geld nicht gerade auf legale Weise verdiente. Was jedoch alles dahintersteckte, wusste er natürlich nicht, aber nur weil sie es ihm nicht sagen wollte. Das war ein Unterschied, wie er fand. Das sie zu seinen weiteren Worten nichts sagte, gab ihm also indirekt Recht. Natürlich zählte er sich auch zur ich-bezogenen Teil der Menschheit, aber irgendwie hatte er dieses Denken bei ihr komplett aufgegeben.
Er hatte ihr klar gesagt, was er wollte. Mehr konnte er nicht machen. Wäre sie nicht bereit, ihm wenigstens zu gewähren, hätte es wohl kaum Sinn sich weiterhin zu treffen, denn früher oder später würde es einen der beiden ins absolute Unglück stürzen und er hatte den leisen Verdacht, dass er derjenige wäre. Das Millie offenbar alles über sie wusste, machte ihn Hoffnung, dass er vielleicht die zweite Person war, der sie sich absolut anvertraute. «Ja es freut mich, dass Millie so fast alles über dich kennt…» Er wollte echt bissig sein, aber seine Stimme versagte letztlich. Er wollte nicht streiten. Definitiv nicht. Er wusste, wie er sein konnte, wenn er stritt und vor allem auf sein Recht beharrte, wenn er nicht nachgab. Letztlich verletzte es ihn immer selbst, aber aus seiner Haut heraus, konnte er nun einmal auch nicht. Da sie selbst schon abrupt abbracht, musste er nichts mehr sagen. Ihre nächsten Worte brachten ihn dazu, dass sich sein Kopf in Schräglage befand. «Was nicht gut für mich ist, sollte ich entscheiden und nicht du. Ich bin mir sicher, dass auch einige Leute sagen würden, dass du nicht gut für mich bist und trotzdem würde ich nicht darauf hören. Ich habe meinen eigenen Kopf, Emilia.» Es war ungewohnt nun ihren richtigen Namen zu sagen, aber er kam ihn einfach so über die Lippen. Fast so als hätte er sie immer so genannt. Clarence war nicht schüchtern oder zurückhaltend. Oftmals war das der Grund, warum er mit vielen in seinen Jahrgang nicht zurecht kam und aneckte. Er sagte, was er dachte, egal, ob das andere verletzen könnte.

Er wusste nicht, was in ihm los war, aber er war nicht weiter wütend auf Emilia, sondern wollte sie einfach nicht verlieren. Absolut untypisch. Ihre Hand zu halten, fühlte sich für ihn richtig an. Und plötzlich fing sie an zu erzählen. Er unterbrach sie nicht, blickte ihr in die Augen und drückte zu gegebenen Anlass auch mal ihre Hand. Er wollte sie verstehen und vor allem wollte er ihre Geschichte kennen. Seine kannte sie eigentlich schon und das er noch sehr an seiner Mum hing, obwohl er kaum Erinnerungen an sie hatte – die meisten stammen wohl aus den Videos, welche sein Vater gemacht hatte – und natürlich ging er mit diesem Gefühl nicht hausieren, aber Emilia hatte etwas in ihm bewegt, sodass er einfach sofort offen zu ihr sein musste. Vielleicht war es auch nur die Dankbarkeit, welche ihn handeln liess als sie ihm das Bild brachte? Er konnte es nicht sagen, aber sie wusste wesentlich mehr über ihn als er über sie. Ihre Geschichte ging unter die Haut. «Glaub mir, Geld alleine macht nicht glücklich.», versicherte er ihr daraufhin. Wie sie letztlich ins Krähennest kam, hatte sie ihm nun erzählt. Das es ihr viel abverlangte ihm all das zu erzählen, merkte man durchaus. Es war ihre Geschichte und vielleicht war er zu stur, um das im Vorfeld wahrzunehmen, aber nur sie durfte entscheiden, wem sie diese Geschichte anvertraute. «Danke, dass du mir vertraust und es mir erzählt hast.» Er verstand jedoch nicht, warum sie sich so gegen das Amt gewehrt hatte, jedoch war es wohl gerade das Falsche dies zu fragen. «Du hast meine Uhr und meinen Rucksack noch? Du hast sie nicht versetzt?», fragte er an. Beim Rucksack hätte sie ja nicht wirklich viel bekommen, aber die Uhr war wertvoll und sein Vater war alles andere als begeistert gewesen als er diese verloren hatte. Natürlich hatte seine Tante ihm davon berichtet, dass er überfallen worden war. Was er jedoch schön fand, war, dass es ihm tatsächlich in erster Linie darum ging, dass es ihm gut ging. Als sie anfing zu stammeln und den Satz wieder unterbrach, schüttelte er den Kopf. «Du musst nichts sagen. Wenn ich eines bereits verstanden habe, dann das du dich auf andere Weise ausdrückst. Das du dich vorhin für mich und gegen diesen Bullet entschieden hast, hat mir gezeigt, dass er Unrecht hat.» Natürlich hat das Erzählen ihrer Geschichte dieses Gefühl nochmals verstärkt und aus diesem Grund beugte er sich nach vorne und hauchte ihr einen kurzen Kuss auf ihre Lippen.
Das Versprechen zu geben, war einfach. «Das kann ich ohne Probleme versprechen. Wir müssen uns auch dort nie treffen, wenn du das nicht willst.» Im Grunde hatte er auch keine Probleme damit, wenn sie bei ihm sein würde. Nacht für Nacht. Seine Tante hatte offenbar so einen tiefen Schlaf, sodass sie nichts bekam und so musste sie weder frieren noch ins Krähennest zurück. Das wäre ihm fast lieber. Die Gondel stieg immer weiter und sie waren mittlerweile am höchsten Punkt angelangt. Ihre Hand hielt er immer noch. «Was für eine Aussicht, nicht?», meinte er und lächelte ihr zu.

@Emilia Walsh



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#22

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 22.07.2018 12:53
von Emilia Walsh


| 354 Beiträge

Es passierte einfach, ich wollte ihn nicht anfahren und ich wollte mich bestimmt nicht mit ihm streiten. Es kam einfach aus mir raus, ohne das ich etwas dafür konnte. Ich war ehrlich, nur eben nicht so wie Clarence es vielleicht gewohnt war. Ich glaube, wenn man nur auf sich gestellt ist, beginnt man irgendwann sich die Regeln selber so zu legen wie man sie braucht. Man nutzt Nischen und dergleichen um es sich so hin zulegen, wie man es braucht. Wie es einfach am besten für einen selbst ist. Und dieses los poltern… wenn man sich durchsetzen wollte musste man laut werden. Man musste lauter sein als der andere und wenn nötig auch gemeiner. Aber jetzt gerade brauchte ich mich ja nicht durchsetzen, wir wollten eigentlich nur reden aber es fiel mir verdammt schwer nicht in diese alten Muster zu fallen. Das ich es nicht tat, oder vielmehr mich oft genug bremsen konnte, lag an Clarence. Seinen blauen Augen, sein Ausdruck und - verdammt - er roch so gut.
Wie sollte ich es ihm auch erklären? Ich war mir also ziemlich sicher das er es nicht verstehen würde. Und dabei wollte ich ihn bestimmt nicht bevormunden. Ich wollte auch nicht das er etwas falsches von mir denkt oder mich einfach falsch einschätzt. Ich meine ich konnte wirklich nett sein, echt jetzt. Bei Clarence fiel es mir sogar leicht, auch wenn er das gerade vielleicht nicht so zu spüren bekam.
“Hey ich…”, setzte ich lauter an, bremste mich aber abrupt wieder ab. Fuck ich hatte gerade darüber nachgedacht und fast… “Ich kenne Millie fast mein ganzes Leben”, sprach ich wesentlich ruhiger weiter. Sein leicht bissiger Unterton war mir dabei nicht entgangen.
“Ich will auch gar nicht für dich entscheiden verdammt”, meinte ich leicht resignierend und schüttelte den Kopf.

Erst die kassierten Prügel, dann die Scheiße mit dem Job für Savage wo er mir einen Fremden vor die Nase setzte. Und dieser Fremde auch noch mein Phantom kannte… dieses Video ging mir dabei noch immer nicht aus dem Kopf. Diese ganzen zermarternden Gedanken machten mich fertig. Nicht nur über mein Phantom auch über Clarence und wie es mit uns weiter gehen würde. Über mein Leben und ob das wirklich alles war. Ich hatte die Woche auch nicht wirklich viel verdient, Savage hatte sich nicht mehr gemeldet und dann diese Scheiße mit Bullet heute.
Diese Woche konnte man echt so was von abhaken. Jedenfalls bis eben. Denn als Clarence meinte er wäre verliebt, schien alles andere unwichtig zu werden. Seine Berührung als er nach meiner Hand griff, es war wie ein Schlag. So als würde ein Lichtschalter umgelegt, oder so.
Es war verrückt aber dieses verrückt sein, fühlte sich gerade verdammt gut an. Es fiel mir zwar nicht leicht ihm einen Teil meiner Geschichte zu erzählen, aber es wurde mit jedem Wort leichter. Und bisher hatte ich so was noch nie getan, aber es hatte bisher auch niemanden interessiert. Clarence aber interessierte sich für mich. Und das auf andere Art und Weise als zum Beispiel Bullet. Es war einfach ein ganz neues Gefühl für mich.
“Du musst dich echt nicht bedanken”, meinte ich leise, fuhr mir durch die Haare und legte meinen Blick anschließend wieder auf seine Augen. Ein schmunzeln wanderte über meine Lippen als er, durchaus Überrascht, nach seinen Sachen fragte. “Nein habe ich nicht”, bestätigte ich ihm, “keine Ahnung ich fand es nicht richtig und so. Ich geb dir die Sachen wieder.” Ehrlich gesagt hatte ich sogar in die Bücher geschaut, die er im Rucksack hatte. Genau genommen habe ich mir den Inhalt seines Rucksacks ganz genau angeschaut. Immer wieder. Nur bei den Büchern habe ich nur die Hälfte kapiert, wenn überhaupt.
Zum Glück schien er mein abstruses Gestammel zu verstehen. Ich war sonst nicht auf den Mund gefallen und sagte eigentlich immer was ich gerade dachte. Warum ich ihm jetzt nicht sagen konnte was ich für ihn empfand… ich hatte mich in ihn verguckt. War verknallt, verloren, verliebt… Aber woher weiß ich das es Liebe ist? Ich meine ich bin nicht aus Eis und ich habe auch für Bullet etwas empfunden aber nicht so wie für Clarence. Es ist anders, absolut anders. Er war mir nicht egal, was ein absoluter Maßstab für mich war. Mehr als er vielleicht ahnte.
Clarence drückte meine Hand und beugte sich vor. Seine Lippen legten sich warm auf meine und selbst wenn dieser Kuss nur von kurzer Dauer war, er war etwas besonderes. Waren wir jetzt zusammen? Oder waren wir es vorher schon? Fuck, diese Gedanken, seid dem ich ihn kenne, machen mich echt fertig. Als er sich wieder zurück lehnte und mir dann das Versprechen gab, nie alleine ins Westend kommen würde, nickte ich mit einem glücklich zufriedenen Gesichtsausdruck und schob mir einige Haare aus dem Gesicht. “Dann haben wir so was wie einen Deal?”, grinste ich ihm entgegen und hatte keine Zweifel daran das er seine Worte ernst meinte. Je höher wir kamen desto mehr spürte man den Wind. Ich liebte dieses Gefühl.

Er hielt noch immer meine Hand und ließ seinen Blick schweifen. Mittlerweile waren wir am höchsten Punkt angelangt. Mein Blick jedoch lag weiter nur auf ihm, ich mochte sein lächeln. Ich nickte schmunzelnd zu seinem Kommentar über die Aussicht. Ich sah ihn gerne an. Und erst nach einigen Moment drehte auch ich meinen Kopf und blickte mich um.
Ich war oft auf Gebäuden Unterwegs, ich hatte oft solche Aussichten aber ich nahm sie kaum noch wahr. Ich weiß das ich früher nur wegen der Aussicht auf die Dächer bin. Mittlerweile hatten sich meine Gründe verschoben. Um so mehr nahm ich den jetzigen Ausblick bewusst wahr. “Wenn du willst, zeige ich dir mal ein paar schöne Stellen in Downtown. Von manchen Dächern hast du einen tollen Blick auf den Mount Hood”, lächelte ich leicht und schaute ihn wieder an. Tatsächlich war ich mir unsicher. Also nicht mit Clarence sondern eher mit meinem Verhalten. Okay diese Sache mit dem Vertrauen bekam ich wohl so langsam auf die Kette. Er war eben anders und das was ich sonst kannte, also wie es lief, schien hier nicht zu greifen. Ich wollte auch nichts falsch machen, ich meine ich hatte es gerade so geschafft es nicht gänzlich zu verkacken. Scheiße ich hätte bei Millie einfach öfter aufpassen sollen, auch bei den ganzen Filmen wo ich meist schon nach zehn Minuten eingeschlafen war.
Ich hatte also vielleicht keine Ahnung wie es normalerweise lief, aber ich wusste immerhin was ich wollte. Und so rutschte ich etwas näher zu ihm heran und lehnte mich vorsichtig bei ihm an. Das Gefühl schien sich hier oben noch mal zu verdoppeln. “Findest du nicht auch das man hier oben ein unglaubliches Gefühl von Freiheit hat? Irgendwie wird alles andere klein.”

@Clarence Masterson



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#23

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 23.07.2018 21:09
von Clarence Masterson


| 78 Beiträge

Manche hätte dieser Ausbruch nun verunsichert, jedoch nicht so Clarence. Er liess sich nie etwas gefallen und wenn er auch der Meinung war, im Recht zu sein, gleich dreimal nicht. Ein Umstand, den auch Emilia wohl noch häufiger zu spüren bekam. Sie waren beide stur, wollte nicht nachgeben, da sie aber einander mochten, gab immer einer nach oder man blendete aus, was einen wohl gerade dezent an die Decke befördern würde. Das er der Meinung war, im Recht zu sein, liess er sich auch nicht von der Lautstärke von Emilia beeindrucken, sondern gab ihr ganz sachliche Antworten. Natürlich wusste auch er, dass er nicht unfehlbar war und das sie eine ungemeine Macht über ihn besass, denn welcher Trottel liess sich schlagen, überfallen und verliebte sich letztlich in das Mädchen? Den meisten Kerlen wäre das peinlich gewesen, ausgerechnet von einem Mädchen geschlagen zu werden, aber er war eben nicht wie die meisten. Das stellte er bereits sehr früh fest. Ob es daran lag, dass er schon sehr früh auf sich alleine gestellt war, da sein Vater zu einem Workaholiker geworden ist oder ob das Aufwachsen ohne die Liebe eine Mutter ihn vielmehr zu einem Einzelgänger mutieren liess, konnte er nicht sagen. Aber was spielte es auch für eine Rolle? Obwohl sie bereits bei jeden ihrer Treffen irgendwie aneinander geraten waren, war sie der Grund, warum er Portland nun nicht mehr verlassen wollte und das wollte er sich auch nicht durch einen Schlägertypen wie Bullet mies machen lassen.
Sie konnte nicht wissen, ob er es nicht vielleicht doch verstehen würde. Auch, wenn man es ihm nicht ansah, war Clay sehr verständnisvoll und reagierte schon immer anders als die Masse es für gewöhnlich tat. Obwohl er anders war, hatte man ihn jedoch nie als Freak betitelt, was ihn manches Mal wirklich verwunderte.
«Ich finde es schön, dass du in Millie eine treue Freundin gefunden hast. Wirklich. Aber es bringt uns nicht weiter. Entweder du beginnst mir zu vertrauen oder…» Ja was eigentlich? Ihm fiel kein oder ein, denn Abstand von ihr zu nehmen, war keine Option für ihn. «Du entscheidest für mich mit. Du kannst nicht wissen, was ich verstehe und was nicht und wenn du es nicht versuchst, werden wir es niemals erfahren.» Er wollte es verstehen. Wirklich!

Wie ihre Woche war, wusste er auch nicht. Er würde sich gewiss nicht wie der heilige Samariter aufspielen, aber er würde versuchen, ihr zu helfen. Definitiv würde er das. Vielleicht war das mit Bullet gar nicht mal so schlecht. Immerhin kamen sie nun dazu, sich zu unterhalten und vielleicht zu klären, wie sie nun zueinanderstanden. Dieses Mädchen ging ihm nicht mehr aus den Kopf. Es fiel ihm sogar schwer, sich in der Schule zu konzentrieren und obwohl er sich sonst immer ziemlich schnell etwas merken konnte, so entfielen ihm mittlerweile diverse Dinge einfach so. So konnte es doch nicht weitergehen, oder? Auch er hatte nicht erwartet, dass er es so offen aussprechen würde, aber es stimmte. Er hatte sich irgendwie verliebt. Vermutlich wäre es für jeden unverständlich gewesen, denn auf den ersten Blick, machte Emilia auf viele gewiss nicht den sympathischsten Eindruck, aber wenn man sie kennenlernte… Sie war echt und sie sagte, was sie dachte, was er bei seinen Mitschülerinnen in der High School definitiv vermisste. Um seine Worte zu unterstreichen, musste er einfach ihre Hand nehmen, vermutlich auch ein bisschen als Test, denn würde sie seine Hand abschütteln oder gar wegschieben, wusste er, dass er nicht dasselbe bei ihr ausgelöst hatte.
Ihre Geschichte nahm ihn mit und machte ihn sogar etwas traurig und vielleicht hätten sie sich viel schneller kennengelernt, hätte sie sich dem Amt anvertraut, denn sie hatte definitiv so etwas wie Schulpflicht, aber man konnte sich den Weg, den man ging, immer nur bedingt aussuchen. Ein Umstand, der ihm vor allem immer dann Bewusst wurde, wenn es um seinen Vater und dessen Arbeit ging.
«Ich weiss, dass ich das nicht musst. Niemand muss irgendwas ausser sterben.» Selbst damit hatten sie beide schon Erfahrung gemacht. Sie hatten beide ihre Mutter verloren. Da ihr Vater keine Option war, bei dem sie leben konnte, wollte er nicht nach ihrem Vater fragen. Das sie von sich aus von der Uhr und seinen Rucksack berichtete und wie sie diese nicht versetzt hatte, überraschte ihn sehr. Sie hatte immerhin so um diese Dinge gekämpft. «Du kannst es behalten. Ich will meinen Dad nicht erklären müssen, wie ich zu der Uhr wieder gekommen bin.» Das würde nur Fragen aufwerfen. Einzige Möglichkeit, die er sah, war ihr die Uhr abzukaufen und zu behaupten, er hätte sie im Pfandhaus entdeckt und wieder erworben. Er wusste eben, dass sein Vater da hartnäckig am Ball bleiben würde, um zu erfahren, wie er wieder zu dieser gekommen war. Es müsste also eine wirklich logische Antwort her und den Rucksack benötigte er sicherlich auch nicht. Das Buch hatte er auch ersetzt. Es waren eben alles Dinge, die man ersetzen konnte. Anders war es bei ihr.
Ehrlich gesagt, wusste er nicht, wie es um sie stand, aber da sie den Kuss erwiderte, vorhin herum gestammelt hatte und bestätigte, dass sie ihn mochte, war es für ihn eine klare Sache. Er würde sie seine Freundin nennen. Ob dies nun noch ausgesprochen werden musste oder ob es eine gegebene Sache war, wollte er nicht beantworten. Er hatte nämlich keine Ahnung, wie es bei anderen Pärchen ablief, ob diese den Fakt nun aussprachen oder es sich einfach zeigten. Es war ja auch noch Neuland für ihn. Er hatte zwar schon geküsst und hatte auch schon eine Freundin in Orlando, aber mehr als Küssen, Händchen halten und Ausgehen, war nicht drin gewesen. Vielleicht hätte ihn sogar der Umstand, dass Emilia mit Bullet zusammen war, beunruhigen sollen, sah dieser Kerl nicht gerade aus als würde er sich mit Küsschen Zufrieden geben, aber dieser Kerl war schon wieder komplett aus seinem Kopf verbannt und das einzige, was für ihn zählte, sass neben ihn. «Du kannst es Deal nennen, ja. Ich habe dir mein Versprechen gegeben und du hast mir ja im Grunde auch eins gegeben.» Damit spielte er auf Ehrlichkeit an. Vielleicht auch ein Grund, warum er nun nochmals nachfragte. «Darf ich wissen, wo du die Woche warst?» Er konnte es nicht lassen.

Er hatte das Gefühl zu schweben. Nicht nur, weil er einen Blick über Portland werfen konnte, sondern weil er mit ihr hier war. Obwohl er sich gerade an sie gebunden hatte, fühlte er sich frei. Vermutlich rissen ihre Worte ihn aus seine Gedanken, als er sich erneut zu ihr drehte und zu nicken begann. «Du bist hier aufgewachsen und ich kenne soviele Plätze hier nicht. Du kannst mir gerne deine Heimat näher bringen und wer weiss? Vielleicht wird sie dadurch auch mehr zu meiner Heimat.» Definitiv fühlte er sich seit dem Kennenlernen von Emilia wohler in Portland. Die Anfangszeit war sehr hart für ihn und er hatte wohl vieles versucht, um seinen Vater zurück in die Vereinigten Staaten von Amerika zu locken, aber nichts hat gebracht. Sein Vater kannte ihn wohl doch zu gut und das obwohl Clay immer dachte, dass er nur Augen und seinen Kopf für die Arbeit hatte. Er vermisste seinen Vater zwar nach wie vor, aber die Zeit mit seiner Tante war definitiv schön. Als sie dann näher an ihn rutschte und zu sprechen begann, schloss er kurz die Augen und nickte. Sie hatte definitiv Recht. Sobald er nur in ihrer Nähe war, war ohnehin alles andere bedeutungslos. «Ich wünschte, ich könnte mich für immer so fühlen.» Gerade wies nichts mehr darauf hin, dass sie eben noch eine hitzige Diskussion oder gar Auseinandersetzung hatten. Ein Umstand, der gewiss auch nicht mit jeder Person möglich war.

@Emilia Walsh



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#24

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 24.07.2018 18:38
von Emilia Walsh


| 354 Beiträge

Oder? Oder was ? Vielleicht war es genau diese Aussage, dieses eine Wort, dass mein denken und damit meine Entscheidung noch verstärkte. Ich blickte ihn nur an. Normalerweise hätte ich mit einem herausfordernden ‘oder was?’ reagiert, aber ich wollte dieses oder  gar nicht hören. Bei allen anderen war es mir bisher tatsächlich egal. Aber nicht bei Clarence. Ein Umstand der mich zusätzlich verwirrte, denn diese Art von Verhalten kannte ich so nicht von mir, geschweige denn die Gefühlswelt, in der ich mich gerade befand.
Ich wusste was ich wollte und das war Clarence. Ich meine ich war in der F…, in der Kirche um mein Punktekonto auf Null zu setzen. Ich habe mir den Kopf zermartert, konnte nicht schlafen und hab mir sogar Rat bei Millie geholt. Es gab eben Dinge um die es Wert war zu kämpfen. Und mein ‘Ding ’ war gerade Clarence. Jedenfalls wollte ich es wenigstens versuchen.
Ich atmete also tief durch und nahm meinen Mut zusammen. Das er kurz davor meine Hand machte es irgendwie einfacher und wirkte wie eine Bestätigung. Ich erzählte ihm meine Geschichte. Oder jedenfalls erstmal das, was mir am wichtigsten erschien. Und es fühlte sich nicht mal falsch an.

Die Tatsache das ich seine Sachen nicht versetzt hatte schien ihn tatsächlich zu verwundern. Ein skeptisches schmunzeln legte sich mir, bei seinen Worten, auf die Lippen. Für seinen Rucksack und den Inhalt hätte ich kaum was bekommen. Die Uhr war da schon was anderes. Okay ich hatte überlegt sie zu versetzen aber… ich meine nach dem Abend, wo ich ihm sein Portemonnaie zurück gebracht habe konnte ich es nicht. Ich wollte es auch nicht. Vielleicht klingt es komisch aber ich hatte etwas von ihm.
“Und wenn ich es deinem Alten erkläre?”, fragte ich und schaute ihn an. “Es war ja nicht deine Schuld und so. Und du hast sie dann ja wieder”, sprach ich weiter und es klang für mich absolut logisch. Ich kannte seinen Vater nicht, nur das was er mir erzählt hatte. Keine Ahnung wie er reagieren würde aber es erschien mir so doch am logischten und… so seltsam es auch klingen mag, am ehrlichsten.
Der Kuss, so kurz er auch war, hatte etwas besonderes. Es war wie ein… keine Ahnung eben etwas besonderes. Irgendwie besiegelte er damit seine Worte. Jedenfalls war es für mich so. Ich erwiderte den Kuss nur zu gerne.
Natürlich nannte ich es Deal. Wie sollte man es denn sonst nennen? Aber vielleicht gab es da wirklich einen anderen Namen für, den ich nur nicht kannte. Immerhin war Clarence wesentlich wortgewandter. Aber er besuchte ja auch eine High School und so. Solange er verstand was ich meinte, brauchte ich mir wohl keinen Kopf machen. “Nein”, meinte ich trocken und schaute ihn an, “nein, eigentlich darfst du es nicht wissen oder solltest es nicht wissen…”, antwortete ich weiter und nahm einen tiefen Atemzug. Ich blickte in seine Augen und mir war klar das… es war eine verdammte Zwickmühle. Er hatte ja so gar keine Ahnung was das bedeuten würde. Und dann passierte was nie hätte passieren sollen. Ich brach die Regeln nach denen ich Jahre lang lebte. Regeln die dazu da waren um zu überleben.
“Ich hatte einen Fehler gemacht und musste dafür gerade stehen”, begann ich mit fester Stimme und blickte ihm in die Augen. Ein Blick der sagen sollte, ‘frag nicht weiter nach’. Denn das war etwas das ich ihm nur ungern erklärt hätte. Hölle ich wüsste ja nicht mal wie. “Dann war ich auf Hayden Island und…”, ich stockte und fragte mich nochmal ob das wirklich eine gute Idee wäre. Okay wir hatten einen Deal aber… Ach Fuck! “Ich bin in eine Halle eingebrochen und hab ne Karre geklaut.” Jetzt wusste er es also. Ich hatte keine Ahnung ob ihm die Tragweite wirklich bewusst war. Mir war sie jedenfalls mehr als bewusst. Sollte das raus kommen, dass ich mit ihm darüber sprach… das nächste mal würde Thug mir sicher keine Jacke geben oder noch schlimmer, man würde mich gleich aus dem Willamette fischen. Ich blickte ihn noch immer an, versuchte in seinen Augen seine Gedanken zu lesen.

“Ich bin hier geboren und Portland hat echt ein paar schöne Plätze”, lächelte ich und lehnte mich vorsichtig, vielleicht etwas unsicher, bei ihm an. Ich würde sie ihm sicher gerne zeigen.
Ein Gefühl von Freiheit - genau das verspürte ich gerade. Und ich genoss es mit ihm alleine zu sein, alleine über den Dächern. “Es kommt immer nur auf den Moment an”, meinte ich knapp und blinzelte ihm etwas entgegen. Für einen Moment dachte ich über meine eigenen Worte nach. “Die guten Momente vergehen immer viel zu schnell”, sprach ich leise und eher zu mir selber. Meine Gedanken begannen zu kreisen. Das heute Treffen mit Bullet gehörte definitiv zu den schlechteren Momenten. Auch wenn es jetzt gerade ein absolut gigantisch guter Moment war, er würde vergehen. Und im Nest würde schon der nächste miese Moment auf mich warten. Im Moment war einfach alles viel zu kompliziert und viel zu schnell. Ich hatte das Gefühl in Lichtgeschwindigkeit von einer Scheiße in der nächsten zu landen. Die Zeit mit Clarence mal ausgenommen aber auch die war viel zu kurz und vor allem viel zu schnell vorbei… Ich drehte etwas meinen Kopf und blickte ihn nachdenklich fragend an. “Meinst du ich kann heute bei dir Pennen?” Diesen Abend würde ich das Krähennest meiden und erstmal den Kopf unterhalb des Radars halten.

@Clarence Masterson



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#25

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 24.07.2018 22:19
von Clarence Masterson


| 78 Beiträge

Er hatte wirklich keine Ahnung, was er nun sagen wollte, denn ein oder hatte kein Platz zwischen ihnen. Das wollte er gar nicht zulassen. Es schien jedoch gewirkt zu haben, denn sie fing an ihn von ihrer Vergangenheit zu berichten und vor allem zu erklären, wie sie letztlich im Krähennest gelandet war. Vielleicht wäre es für den einen zu viel gewesen und auch bei ihm meldete sich das Helfersyndrom, dass er eigentlich nie in sich spürte, aufflammen, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass sie sich nicht helfen lassen würde. Sie wollte es sich alleine schon beweisen, dass sie es aus eigener Kraft konnte und mit es meinte er das Überleben. Er machte zwar sicherlich auch einen taffen Eindruck, aber er war sich sicher, dass er das Leben, dass sie die letzten Jahre gelebt hatte, nicht überlebt hätte. Immerhin war sie auch in einer doch normalen Familie gross geworden. Zumindest hatte sie eine Mutter. Er selbst hatte ja auch nur den Vater, aber im Vergleich zu ihr, hätten es seine Onkel und auch seine Tante nicht zugelassen, dass er auf diese Weise endete.

Natürlich verwunderte ihn dieser Umstand. Nicht, weil er sie für geldgierig oder dergleichen gehalten hatte, sondern einfach, weil sie niemals zur Diebin werden würde, wenn sie das Geld, welches durch diese Art von Raubzüge an sie gingen, nicht gebrauchen konnte. Ihm war auch bewusst, das sie ihm gewiss nicht alles erzählt hatte, aber er wollte daran glauben, dass sich dies alles – die Fragen, welche in seinem Kopf waren – nach und nach von alleine beantwortet werden würde.
«Was willst du meinem Vater erklären? Dass du mich ausgeraubt hast, aber es dir anders überlegt hast, weil du nachts bei mir eingestiegen bist, um mir das Bild meiner Mutter wieder zu bringen und ich das alles sogar meiner Tante verheimlich habe und das wir uns seitdem immer mal wieder treffen und wir Gefallen aneinander finden? Klingt ziemlich blöd und ich bin mir auch sicher, dass weder mein Vater noch meine Tante mich dann weiterhin mit dir verkehren lassen.» Der letzte Part würde ihn wohl derzeit killen. Er wusste nicht wieso, aber er hing bereits jetzt tierisch an Emilia und das, obwohl sie ihn auch so oft innerlich zur Weissglut brachte. Sei es, weil sie sich nicht meldete oder weil sie ihm etwas verschwieg, weil sie falsch handelte. Das alles war ein Indiz dafür, dass er sich in sie verliebt hatte und er wollte sie gewiss nicht verlieren, bevor all das zwischen ihnen begonnen hat. Vielleicht war es falsch, seinen Vater anzulügen, wo er doch bei ihr so auf Ehrlichkeit gepocht hatte, aber er sah keinen anderen Weg. «Das Einzige und ich wäre gewiss nicht stolz darauf, wäre, wenn ich behaupten würde, ich hätte sie in einem Pfandhaus gefunden und ausgelöst.» Was das bedeuten würde? Dass er ihr Geld geben wollte, sie ihr sozusagen abkaufen wollte, um seinen Vater nicht komplett anlügen zu müssen.
Er hätte es vermutlich eher Arrangement genannt, aber Deal traf es doch auch sehr gut. Es hörte sich jedoch so illegal an. Da sie aber bereits vom Deal sprach und er ja nur Ehrlichkeit gefordert hatte, stellte er die Frage. Ihre erste Antwort gefiel ihm natürlich nicht. Warum? Weil sie ihm die Antwort schuldig blieb. Er wusste nicht einmal, ob er sie dazu gedrängt hätte, es ihm zu sagen. Sie hatten immerhin heute schon einen Fortschritt gemacht. Sie hatte ihm von ihrer Vergangenheit erzählt. Sie entschied sich jedoch dazu, ihm doch mitzuteilen, wo sie die letzten Tage war und bei jedem weiteren Wort, drückte er ihre Hand. Egal, was es war, er würde sie nicht verurteilen. Dafür war es seiner Meinung nach auch schon zu spät. Als sie begann zu erzählen, dass sie einen Fehler gemacht hatte und dafür gerade stehen musste, fiel ihm der Mund auf. Was meinte sie denn damit? Sollte er nachfragen? Diese Frage schoss ihm durch den Kopf als er ihren Blick sah, den er sehr wohl deuten konnte. Er blickte erst gegen Boden, um den Drang, weiter zu fragen, widerstehen zu können, als sie weitersprach. Hayden Island? Er überlegte, wo genau das war. Natürlich lebte er nun schon einige Zeit hier in Portland, aber wenn er ehrlich war, hatte es ihn nie wirklich gereizt, die Stadt wirklich zu erkunden. Er kannte das Ground Control und das Kino und mehr hatte ihn einfach nicht gereizt. In dem Augenblick, wünschte er sich zumindest, eine leise Ahnung zu haben, wo das war und was es dort gab, dass man sich dort aufhalten musste. Jedoch drangen dann Worte an sein Ohr, welche ihn ehrlich gesagt ziemlich überraschte. Ja, er war überrascht und nicht schockiert. War das nun eine Beleidigung an sie, dass ihn solche Dinge nicht mal mehr schockierten? Wenn sie Angst hatte, dass er irgendwen davon berichten könnte, konnte sie sich beruhigen. Natürlich vertraute er seiner Tante, aber im Grunde war schon viel zu viel passiert, sodass er ihr nun auch nichts mehr sagen wollte, denn er müsste doch einige Wochen zurückspulen und vor allem ihren Zugang Preis geben. Und hier? Wer sollte das schon mitbekommen? Nicht nur, dass die nächste Gondel einige Meter weiter unten zu finden war, man hätte auch wirklich laut schreien müssen, denn der Wind tat sein Übriges. Man verstand sie gewiss nicht. Vielleicht war es besser, nichts zu sagen? Genau das tat er. Er sagte zu dem Thema nicht, auch wenn er sich sicher war, dass sein Blick ihr doch genug sagen würde.

«Die darfst du mir alle zeigen, wenn du das willst.» Man konnte nicht glauben, dass sie ihm gerade noch von dem Einbruch und Diebstahl erzählt hatte, denn als sie über Freiheit, die Höhe und die schönen Plätze in Portland sprachen und sie sich regelrecht an ihn drückte, um seine Nähe zu suchen, war für ihn die Welt absolut in Ordnung. Ihre Aussage brachte ihn erneut dazu, sie anzusehen. «Das stimmt wohl. Wenn man geniesst, dann vergeht die Zeit auch wie im Flug.», bestätigte er ihre Aussage. Dieser Moment war aber schön und einzigartig. Mit niemanden sonst, wäre er lieber hier. Er löste seine Hand dann von ihrer und legte seinen Arm um sie und drückte sie näher an sich. Ihre Frage überraschte ihn zwar – aber wann überraschte sie ihn mal nicht? – die Antwort kam aber ziemlich schnell aus seinem Mund. «Du kannst.» Er würde seine Tante zwar nicht wirklich fragen und sie würden es heimlich tun müssen, aber er hatte sie nun die letzten Wochen schon so häufig angelogen (obwohl anlügen wohl das falsche Wort war, denn sie hatte auch nicht gefragt), sodass ihm egal war, ob diese Entscheidung ihm womöglich Ärger bringen könnte. In ihn wuchs definitiv der Mut. Das lag gewiss an seinen Lockenkopf, der er ein Lächeln schenkte.

@Emilia Walsh



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#26

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 25.07.2018 18:07
von Emilia Walsh


| 354 Beiträge

“So wie du das sagst, klingt das voll negativ”, meinte ich mit unsicherem Ausdruck. Meine Version klang da viel logischer. Er konnte ja schließlich nichts dafür von mir ausgenommen worden zu sein. Und das konnte man seinem Vater doch ruhig so sagen. Klar seinem Alten würde das sicher nicht gefallen und erstmal ein schlechtes Bild auf mich werfen aber auf der anderen Seite habe ich ihn doch auch aus dem Westend gelotst. Und ich war schneller als die Junkies die bestimmt anders mit ihm umgesprungen wären. Jedenfalls nach meinen Gedanken klang das mehr als logisch. “Ja warum denn auch nicht. Es war doch nicht deine Schuld und die Uhr und alles ist doch wieder da”, meinte ich noch seufzend und strich mir einige Strähnen aus dem Gesicht. “Verkehren?”, schaute ich halb fragend, halb schmunzelnd, “außerdem, deine Leute kennen mich doch gar nicht”. Wobei ich seine Worte durchaus nachvollziehen konnte. Sein Vater und seine Tante würden ihm bestimmt den Umgang mit mir verbieten wollen. Zugegeben, ich war nicht der beste Umgang. Millie’s Mutter war ja auch der Meinung. Aber ich war trotzdem kein schlechter Mensch, jedenfalls würde ich das von mir behaupten. Bei seinem Vorschlag mit dem Pfandhaus seufzte ich leise auf: “Ich will dir nichts vorschreiben aber… ich finde du solltest deine Leute nicht anlügen.”

Für mich war es ein Deal. Und einen einmal geschlossenen Deal brach man nicht so einfach. Jedenfalls nicht da, wo ich herkam. Und auch wenn es mir schwer fiel und mich sicher noch öfter in eine Zwickmühle treiben würde, ich bereute es nicht. Ich wollte ja auch mehr von ihm… ihn kennen lernen und so. Und bisher hatte Millie in dieser Sache immer Recht (etwas das ich ihr sicher nicht direkt auf die Nase binden würde), also musste ja was dran sein. Und Vertrauen basierte eben auf beiden Seiten und ich wollte einfach das er mir vertraut. Und vor allem wollte ich nicht das er dachte ich würde ihn anlügen.
Das sein Mund aufklappte, bestätigte nur meine Gedanken. Und ich war tatsächlich froh das er nicht weiter nachfragte. Ich hätte wirklich nicht gewusst wie ich ihm das erklären sollte. Die Sache mit dem Wagen Diebstahl war eine andere Sache. Er wusste womit ich den Großteil meiner Kohle verdiente. Autodiebstahl war zwar nicht wirklich mein Ding, aber die Karre habe ja auch nicht ich gestohlen. Rein technisch gesehen. Und ich habe ja niemanden verpfiffen oder so. Das er es weiter erzählte, davon ging ich nicht aus, nein. Daran verschwendete ich auch keinen wirklichen Gedanken. Aber man wusste ja nie wer zuhörte. Die Straße hatte viele Augen und Ohren. Hier oben jedoch, waren wir alleine.
Auch wenn es gerade wieder runter ging. Das Riesenrad machte seinem Namen alle Ehre und drehte sich langsam und gemächlich. Clarence blickte mich schweigend an und ich wünschte mir Gedanken lesen zu können. Das es ihm nicht gefiel, konnte ich allerdings sehen. Ich zuckte nur knapp mit den Schultern.

Einbrüche und Diebstähle waren für mich nichts besonderes. Ich war schon ziemlich abgestumpft. Es gehörte einfach dazu, weshalb es für mich auch kein Problem war das Thema so einfach zu wechseln. Es war eben nichts mit dem ich mich groß Gedanklich beschäftigte. Meine Gedanken drehten sich gerade eher um Clarence. Als er seinen Arm um mich legte, auch wenn er es vielleicht nicht sehen konnte, aber ich lächelte zufrieden. Es war ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit. Keine Ahnung, es klingt vielleicht seltsam aber es war einfach so. Auch wenn Clarence nicht der typische Schlägertyp war, ich fühlte mich bei ihm sicher. Und wo ich schon bei Schlägertyp bin… ins Krähennest wollte ich heute wirklich nicht zurück. Seine Antwort, ob ich heute bei ihm Pennen konnte, kam ziemlich schnell über seine Lippen. “Cool…”, lächelte ich ihm nur entgegen und schaute wieder über die Dächer von Portland. “Ins Krähennest muss ich heute echt nicht mehr…”, meinte ich in leisen Worten. Das Rad drehte sich noch immer im langsamen Tempo weiter und ich begann mich so etwas wie zu entspannen. Hätte er abgelehnt, wäre ich sicher auch bei Millie untergekommen oder irgendwo anders. Aber so war es mir wesentlich lieber. Was ich heute definitiv nicht mehr wollte war Bullet über den Weg zu laufen. Sei es hier oder später im Krähennest. Nachdenklich verzog ich das Gesicht. “Wie war deine Freundin in Orlando?”, fragte ich, weil es mir einfach gerade in den Kopf kam. Zum einen weil er Bullet, wenn auch gezwungener Maßen, kennen gelernt hat; und zum anderen weil da gerade dutzende Gedanken durch meinen Kopf wanderten. Und erneut hielt das Rad auf dem Weg nach unten und machte Gondel für Gondel einen kurzen halt. Glücklicherweise waren wir jedoch noch relativ weit oben.

@Clarence Masterson



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#27

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 26.07.2018 22:57
von Clarence Masterson


| 78 Beiträge

Ehrlich gesagt, wollte er nun nicht wirklich diskutieren. Letztlich konnte er ihr auch nichts vorschreiben, weswegen er wegen ihrer Aussage auch nur mit den Schultern zuckte. «Finde ich jetzt nicht. Es ist doch die Wahrheit. Man kann diese Wahrheit nicht beschönigen, Emilia.», gab er von sich und es war auch tatsächlich so. Wenn er die Wahrheit sagte, dann musste es auch die komplette sein. Halbwahrheiten hatten keinen Sinn, oder? Natürlich hatte er noch Glück im Unglück gehabt, aber ihm wäre es gerade wirklich lieber, wenn die Uhr keine Erwähnung nun gefunden hätte. «Wir müssen das ja nicht jetzt und heute bereden, oder?» Ihm hatte schon Bullet gereicht, den er mittlerweile ganz gut ausgeblendet hatte. Also warum sollte er das nicht auch einfach mit der Uhr machen? «Was meinst du mit, dass meine Eltern dich gar nicht kennen? Noch kennen sie dich nicht.» Er wollte einfach nicht, dass es irgendwelche Gründe gab, warum man ihm Emilia ausreden konnte. Er wusste, dass sie auch anders sein konnte. Immerhin hatte sie es ihm schon mehrmals bewiesen. «Ist das nicht auch deine Art? Ich lüge nicht, wenn ich nichts sage, oder?» Ausserdem hatte ihm die Uhr jetzt nicht wirklich etwas bedeutet. Sie war zwar wertvoll, aber das war es auch schon.

Solche Dinge machten einen Menschen aus. Man gab jemanden sein Wort und es wurde gehalten. Auch er versprach nichts, was er nicht auch halten konnte und so sagte er auch nichts mehr dazu. Er war nur so verdammt dankbar, dass er es endlich geschafft hatte, dass sie sich ihm anvertraute. Das es sie enorm viel Kraft und vor allem Überwindung gekostet hat. Er hatte zwar normalerweise enorm viel Geduld, aber irgendwie hatte dieser Bullet den Geduldsfaden fast zum Reissen gebracht. Es fiel ihm zwar ein riesen Stein vom Herzen, aber ihre Offenbarung hatte er so nicht erwartet. Sie hatte ein Auto gestohlen? Er wusste gar nicht, dass sie fahren konnte geschweige denn, so etwas drauf hatte. Das er sie nicht nachfragte, was für ein Fehler sie gemacht und wie sie dafür gerade stehen musste, fiel ihm zwar schwer, aber er kam ihrer Bitte nach, auch wenn sie diese nicht wirklich ausgesprochen hatte.
Er konnte verstehen, dass sie es nicht gleich an die grosse Glocke hängen wollte, jedoch unterschätzte er wohl doch, was auf den Strassen von Portland so vorging. Vermutlich, weil Emilia auch nicht roch. Natürlich war ihre Kleidung nun jetzt nicht das, was er gewohnt war, aber sie stank nicht. Vermutlich sah er deswegen nicht all die schrecklichen Seiten, welche Emilia Tag für Tag ausgesetzt war. Ob das so bleiben würde? Das lag vermutlich an ihr, inwieweit sie ihn in ihre Welt liess. Er empfand es als weise Entscheidung, sich gleich vier Tickets geholt zu haben, denn so konnten sie noch eine weitere Runde fahren und er würde vielleicht noch mehr in Erfahrung bringen. Er konnte nämlich gar nicht genug von ihr bekommen, wollte sie einfach besser kennenlernen. Ob es nun an der rosaroten Brille lag, dass ihm die kriminelle Energie, welche durchaus zu sehen war, egal war oder es ihm wirklich null interessierte – obwohl das nun etwas hart klang, denn für sie interessierte er sich ja sehr wohl – musste er noch herausfinden.

Er hätte sich wohl vor Angst, erwischt zu werden, gewiss schon längst in die Hose gemacht. Aber er konnte sich vorstellen, dass es daran lag, weil er es einfach nicht gewohnt war. Man gewöhnte sich schnell an eine Lebenssituation, besonders, wenn man keine andere Wahl hatte und überleben wollte. Da sie gerade den höchsten Stand im Riesenrad durchlaufen hatten und es nun wieder langsam aber sicher runterging, hätte er am liebsten die Zeit angehalten. Warum? Es herrschte gerade enorme Harmonie zwischen ihnen, was zwar schon vorher mal zwischen ihnen gewesen war, aber gepaart mit dem Gefühl der Freiheit, was vor allem die Höhe hervorrief, kam es ihm vor als würde er sie schon länger kennen. Es hatte diesen Knoten gelöst, welcher sich in ihm gebildet hatte, als sie sich die letzten Tage nicht gemeldet hatte und noch dazu als er Bullet gesehen hatte. Er hatte sich zwar noch nicht überlegt, ob er seine Tante einfach fragen sollte – was gewiss zur Folge hätte, dass sie im Wohnzimmer oder gar in ihrem Zimmer schlafen müsste – oder ob er sie einfach einschleusen sollte. Diesen Gedanken weiterzuführen, wurde jedoch unterbrochen, als sie ihn wegen seiner Ex-Freundin auszufragen begann. «Wie sie war? Ihr Name war Belle. Ihre Mutter war als Kind offenbar zu häufig in Disney World und hat offenbar den Film ‘Die Schöne und das Biest’ geliebt. Sie war ziemlich hübsch, der Name passte also zu ihr…» Ehrlich gesagt, hatte er keine Ahnung, was er genau erzählen sollte. «Was interessiert dich denn? Ich will dir ja nicht irgendwas Langweiliges erzählen.», stellte er klar. Er hatte natürlich keine Ahnung, ob sie das wirklich wollte, aber da sie ihn bereits gefragt hatte, ob sie bei ihm schlafen durfte und er ohne gross nachzudenken, ja gesagt hatte, fragte er sich selbst, ob es nicht schlauer wäre, nach der Fahrt nach Hause zu gehen. Der Chip für eine weitere Fahrt würde ja nicht verfallen und so hatte er die Möglichkeit, erneut mit Emilia Riesenrad zu fahren, denn was für ihn absolut sicher war (so sicher wie das Amen in der Kirche), würde er sie die nächsten Tage für sich beanspruchen. Immerhin musste er erst die Tage ohne sie verbringen und das ohne zu wissen, was denn eigentlich los war.

@Emilia Walsh



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#28

RE: It is weird to… but hey! | 02.03.2018 | Nachmittag / Abend | Clarence & Emilia | OPEN

in März - April 27.07.2018 15:00
von Emilia Walsh


| 354 Beiträge

Nicht beschönigen? Hey man konnte sich alles schön und passend reden. Genau genommen war ich sogar eine Meisterin darin. Wenn es eng wurde, legte ich mir die Dinge immer so hin das sie für mich passten. Oder ich redete sie einfach schön, selbst dann, wenn sie absolut Scheiße waren. “Doch ich glaube das kann man”, konterte ich also und blickte ihn knapp an, ehe ich mit den Schultern zuckte. “Nein müssen wir jetzt nicht bereden. Eigentlich müssen wir das auch gar nicht bereden. Es ist deine Uhr, ich gebe sie die wieder und was du dann machst musst du wissen”, meinte ich nur. Und dem war ja auch so, zumal ich keine Lust auf weitere Diskussionen hatte. Es war seine Uhr und er würde schon das richtige tun. Da war ich mir ziemlich sicher. “Na du hast das doch gesagt mit dem verkehren lassen. Deine Leute kennen mich eben nicht, vielleicht finden sie mich ja auch ganz ok”, erklärte ich meine Aussage. Wobei ich mir gerade selber ziemlich gut zuredete. Denn selbst wenn ich mich nicht für schlechter als andere hielt - ich war nicht dumm. Und ich wusste wie es da draußen, in seiner Welt, so lief. In den meisten Augen waren Menschen wie ich nicht viel Wert und machten nur ärger, was ja auch irgendwo und bedingt stimmte. Dennoch war es eben nicht alles.
“Meine Art?”, fragte ich und warf ihm einen fragenden Blick zu. “Ist das meine Art? - Vielleicht. Ich meine wenn man nichts sagt, ist es kein Lügen. Man kann doch nur lügen, wenn man was sagt, oder? Und außerdem… wenn du deinem Vater erzählst du hättest die Uhr in einer Pfandleihe gefunden, dann wäre das gelogen.” Ich nickte knapp, so als würde ich damit einen Schlussstrich unter die Diskussion setzen.

Die meisten würden meine Entscheidung wohl nicht gut heißen und mich dumm nennen. Oh ganz sicher würden sie das. Vielleicht war es auch dumm und ganz sicher würde es mich noch in Schwierigkeiten bringen. Aber auf der anderen Seite… ich meine mir war klar das ich auch was bringen musste. Und ich konnte ihn irgendwo verstehen. Zudem wäre es gelogen, wenn ich behaupten würde, es würde mich kalt lassen, dass er sich so für mich interessiert. Denn das tat es ganz und gar nicht, eher im Gegenteil. Ich genoss es sogar irgendwo. Ich meine er interessierte sich für mich und nicht für dafür wie weit ich springen konnte oder wie schnell ich ein T7 Schloss auf bekam. Das war zwar eine neue und damit erstmal beängstigende Erfahrung, aber eben auch eine schöne. Also ging ich gerne diesen Deal ein. Auch wenn ich da vielleicht die Grenzen hätte genauer abstecken sollen. Auch wenn Clarence das vielleicht anders sah.

Hatte ich ihn eben aus einem Gedankengang geholt? Ein schmunzeln schob sich über meine Lippen, “ja wie sie war”, wiederholte ich sein Nachfragen. Und dann fing er an zu erzählen. “Was hat denn Disney damit zu tun?”, fragte ich und drehte ihm den Kopf zu, “meine Mum hieß Bella, ist das auch von Disney?”, wollte ich direkt wissen. Als er meinte, sie wäre ziemlich hübsch gewesen, verzog sich leicht mein Gesicht und ich schaute wieder über den Rand der schwebenden Gondel. “Es langweilt mich nicht”, antwortete ich nur knapp und zuckte nur wenige Augenblicke später mit den Schultern. “Keine Ahnung, interessiert mich eben. Also wie sie so war und so…”, sprach ich weiter. Hübsch war sie, aha. Aber ich wette ich könnte sie ohne Probleme auf die Matte schicken. Und ich wette ich wäre schneller und könnte auch garantiert weiter springen. Shit, störte es mich etwa? Warum? War ich etwa…? Quatsch, ich meine ich kannte sie ja nicht mal. Und überhaupt…

Ein Ruck ging durch die Gondel und leicht schwingend hielt sie an. Sofort, als wäre es eine Warnung, richtete ich mich auf und löste mich so von Clarence um mich umzusehen. Der Riesenrad Mitarbeiter kam schon auf unsere Gondel zu und wieder hatte er dieses komische grinsen im Gesicht. Fragend blickte ich zu Clarence. Ich hätte sicher nichts gegen eine weitere Runde gehabt, (oder zwei oder drei oder…) aber ich wäre auch froh wenn wir hier weg wären. Ich hatte keine wirkliche Lust noch einmal auf Bullet zu treffen. Oder Thug. Oder sonst wem aus dem Nest. Clarence schien es nicht anders zu gehen. Auch er schien nichts dagegen zu haben, wenn wir aufbrechen würden, so kam es mir jedenfalls vor.
“Hey Blecha, noch eine Runde?”, grinste auch schon der Mitarbeiter in meine Richtung. Hölle! Da war noch ein Grund warum ich hier lieber weg wollte. Ich meine ich kannte den Typ nicht. Oder quatschte der hier alle so dämlich an?
“Nein eine reicht erstmal…”, entgegnete ich knapp beim aufstehen und in einem unfreundlich abweisendem Ton. Meine Hand griff nach Clarence und schon zog ich in mit. Raus aus der Gondel und nur weg vom Riesenrad. Ich schaute mich aufmerksam um und erst als wir den Rand des Jahrmarktes erreicht hatten und Richtung Downtown unterwegs waren, entspannte ich mich etwas.

Nebeneinander liefen wir die geschmückte Straße entlang und immer wieder warf ich ihm einen lächelnden Blick zu. Die verschiedensten Gerüche und Melodien lagen in der Luft. Wir waren auf dem Weg zum ihm und…
Ein grinsen legte sich auf meine Lippen und schon im nächsten Moment machte ich einen kräftigen Schritt zur Seite und stieß dabei Clarence an. Im Schwung drehte ich mich herum und ging nur Rückwärts, vor ihm her. Das grinsen in meinem Gesicht verstärkte sich zu etwas verschmitztem. “Soll ich dir zeigen wie es geht?”, fragte ich mit amüsiertem Blick der auf seine Augen gerichtet war. Und als er nicht sofort zu verstehen schien, hielt ich ihm triumphierend sein Portemonnaie vor die Nase. “Willst du?”, fragte ich nochmals und hielt ihm das Portemonnaie hin.
Je näher wir seinem Loft kamen, desto besser schien meine Laune zu werden. Hieß es doch auch, dass wir Ruhe haben würden. Und warum nicht sich die Strecke mit etwas Ablenkung verkürzen?

@Clarence Masterson



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