• Herzlich Willkommen in Portland!♡ • Real Life RPG • Szennentrennung • Romanstil • FSK18 • Szenenaufbau: Titel | Datum | Uhrzeit | Mitspieler | Open / Close • Since 27.Februar.2018 - 16:50 uhr •
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#1

Give me fire and illusion and do not let me sleep - 23. Februar 2018 - Abends - Valentine & Jelena

in Past 24.03.2018 19:01
von Jelena Petrova | 16 Beiträge



Mit klopfenden Herzen, blickte sie kurz zu Nadia und atmete einmal ruhig ein und wieder aus, um sich zu beruhigen. Sie konnte nicht fassen, dass sie so nervös, so aufgeregt war, wie mit 17, wenn sie ein Date gehabt hatte. Aber es war so. Und nun saß sie hier, in Nadias Wagen, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und sie war sich sicher, dass die Aufregung ihr deutlich ins Gesicht geschrieben stand. Das aufmunternde Lächeln ihrer Freundin und Kollegin beruhigte sie etwas und sie angelte sich vom Rücksitz ihre 'kleine' Handtasche, in welche immerhin eine Flasche Wein passte und ihre dünne Stoffjacke, bevor sie sich kurz zu Nadia hinüberbeugte und ihr einen Abschiedskuss auf die Wange hauchte. "Danke, fürs Fahren. Wenn was sein sollte oder du mich abholen kannst, rufe ich dich natürlich an", meinte sie lachend auf Russisch, während sie ausstieg. Noch einmal kurz zu dem Wagen und Nadia umgedreht, nickte sie ihr zu und wandte sich dann endgültig dem imposanten Gebäude vor sich zu. Es war erst wenige Tage her, dass sie den blonden Staatsanwalt mehr oder weniger freiwillig zu einem Bad im Pool verholfen hatte und dass sie sich so schnell wiedersahen, konnte man auch nicht mehr wirklich als Schicksal oder Zufall bezeichnen. Dafür hatte sie dem Wiedersehen mit Valentine viel zu ungeduldig entgegen gefiebert und je näher die Essenseinladung rückte, umso nervöser wurde die Blondine. Dabei konnte sie nicht mal genau sagen warum. Sie kannten sich, hatten bereits ein wenig Zeit alleine verbracht, mochten sich offensichtlich... hatten sich geküsst. Mehr als einmal und die Gelegenheit außerhalb des Wassers, hatte er ebenfalls erhalten. Dennoch hatte sie darauf geachtet, das Ganze nicht als ein klassisches Date zu betrachten oder zu bezeichnen. Hätte sie es gemacht, wäre sie wahrscheinlich noch nervöser gewesen, als sie es im Moment eh schon war und so sah sie sich einfach nur einem gemeinsamen Abendessen, mit einem äußerst interessanten Mann gegenüber und nicht diesem bedeutungsschwangerem Konstrukt eines Dates. Bis jetzt war ihr das alles eher mittelmäßig gelungen. Aber je näher sie ihrem Ziel kam, umso ruhiger wurde sie erstaunlicherweise... und ihr Appetit meldete sich langsam wieder. Perfekt, dachte sie sich und stieg die Stufen zum Eingang hinauf, während ihr ein Portier freundlich lächelnd die Tür öffnete. "Mr. Hopkins' Appartement?", fragte sie fast schon schüchtern und folgte dem älteren Mann zu den Fahrstühlen, als er sie auch schon eintreten ließ und noch den richtigen Knopf für die Etage drückte. "Ich kündige Sie schon an und die Tür befindet sich auf der rechten Seite, Ma'am", meinte er lächelnd und verschwand wieder auf seinen Platz, noch bevor sich die Türen des Fahrstuhls geschlossen hatten. Noch einmal atmete sie tief durch und zog die Flasche Rotwein mit russischem Etikett aus ihrer Tasche. Ein Grinsen schlich sich in ihr Gesicht und sie musste sich kurz auf die Lippe beißen, um vor Freude nicht laut aufzuschreien. Sie freute sich wirklich, ihn wieder zu sehen. Sehr sogar, wenn sie ehrlich war und in den vergangenen Tagen hatte sie mehr als einmal, an ihn denken müssen. Ihr Bruder Ilja hatte sie nur ansehen brauchen und wusste was Sache war. Auf das italienische Essen war sie schon mehr als gespannt und sie hoffte, dass der russische Wein, den sie extra aus einem kleinen russischen Delikatessengeschäft besorgt hatte, auch dazu passen würde. Die Fahrstuhltür öffnete sich und sofort schlug ihr der leckere Geruch von Essen entgegen. Hier war sie definitiv richtig. Mit einer Hand strich sie noch einmal ihre Bluse glatt, in der Hoffnung, dass sie weder under- noch overdressed war, aber da es sich lediglich um ein Abendessen im privaten Rahmen handelte... mit einer engen, dunkelblauen Jeans, einer schwarzen, dünnen Bluse und schwarzen Ballerinas machte sie sicherlich nicht viel verkehrt und kaum hatte sie die Klingel betätigt, wurde ihr auch schon die Tür geöffnet. Mit einem strahlenden Lächeln begrüßte sie Valentine und hielt ihm gleich die Weinflasche entgegen. "Hey. Ich bin bereit deine Kochkünste zu testen und...", mit diesen Worten reichte sie ihm die Weinflasche, "auch wenn mein Heimatland eher für ein anderes Getränk bekannt ist, einige gute Weine und Anbaugebiete haben wir auch. Ich hoffe nur, dass er zum Essen passt", meinte sie lachend und trat ein. Die Aufregung war gänzlich verflogen und hatte vielmehr einer gewissen freudigen Erwartung Platz gemacht. Dennoch kam sie nicht umhin festzustellen, dass ihr Herz immer noch Purzelbäume schlug und seine Gegenwart sie alles andere als unberührt ließ.

@Valentine Hopkins


        

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#2

RE: Give me fire and illusion and do not let me sleep - 23. Februar 2018 - Abends - Valentine & Jelena

in Past 24.03.2018 19:03
von Valentine Hopkins | 9 Beiträge

Valentine Hopkins war niemals nervös. Er besaß ein gesundes Selbstbewusstsein, Vertrauen in seine Fähigkeiten, die notwendige Gelassenheit zum Ausgleich und darüber hinaus gab überhaupt keinen Grund, aufgeregt zu sein. Es war gedeckt und das Essen im Prinzip fertiggekocht, hallo Déjà-vu, schließlich hatte er gerade einmal vor zwei Tagen dasselbe für Grace gekocht. Aber: Gänzlich andere Situation. Er hatte geduscht, und nach kurzem Überlegen natürlich keinen Anzug angezogen, aber sich dennoch für Hemd und Krawatte zu den dunklen Jeans entschieden. Nicht ohne Hintergedanken, und er fragte sich, ob sie es nicht nur als Anspielung, sondern auch als die Aufforderung verstehen würde, als die es gemeint war. Er hatte aufgeräumt, was überhaupt nicht notwendig gewesen war. Dafür gesorgt, dass er an diesem Abend definitiv nicht von irgendwelchen Anrufen gestört werden würde, weil eine Kollegin sich bereit erklärt hatte, eventuell am Wochenende aufkommende Fälle oder Rückfragen der Polizei zu übernehmen. Er schuldete ihr damit einen Gefallen, aber das war es ihm zum einen wert, zum anderen verstanden die beiden sich inzwischen so gut, dass es ihm nichts ausmachte, vermeintlich in ihrer Schuld zu stehen. Er hatte Thomas Bescheid gegeben, dass er Besuch erwartete und den älteren Portier gebeten, Jelena den Weg zu seiner Wohnung zu weisen, was dieser mit einem irritierten Blick quittiert hatte, denn immerhin war genau das sein Job. Es war also alles vorbereitet, und… Valentine unterbrach seinen inneren Monolog und starrte sich im Badezimmerspiegel an. Wem machte er hier eigentlich etwas vor?

Er war sowas von nervös.

Was überhaupt nicht zu ihm passte. Er war niemals nervös. In den Tagen seit diesem surrealen Abend mit Jelena waren seine Gedanken ständig zu ihr gewandert, so dass er gar nicht erst versucht hatte, sich einzureden, dass es sich um irgendetwas anderes als ein Date handelte. Der Abend war nach dem unfreiwilligen Bad nicht etwa merkwürdig geworden, mit peinlich berührtem Schweigen oder dergleichen. Im Gegenteil. Aber der Kuss hatte sich ihm nachhaltig eingeprägt. Die Küsse, denn nachdem sie aus dem Pool gestiegen waren und sich lachend wie alberne Kinder abgetrocknet hatten, hatte er nicht widerstehen können, sie erneut zu küssen. Und so war es nur folgerichtig gewesen, dass aus dem ursprünglich relativ unverbindlichen Angebot, dass er für sie „seine“ Pasta kochen könnte, eine sehr konkrete Verabredung geworden war. Dabei war es ihm nicht entgangen, dass es ihr ebenso wichtig war wie ihm, dass sie sich bald wiedersahen. Einen Moment trommelte er mit den Fingern auf den Rand des Waschbeckens, dann lachte er leise auf. Dann war er eben nervös, und er wertete es als positives Gefühl, das nur dazu beitrug, dass er sich noch etwas mehr freute, sie wiederzusehen. Valentine legte den Kopf etwas zur Seite, dann griff er nach dem Knoten der Krawatte und schob ihn ein kleines bisschen nach unten. Er hatte sich für einen Pratt entschieden, der den schönen Vorteil hatte, dass er sich wie von selbst löste, wenn man am kürzeren Ende der Krawatte zog. Danach verließ er das Bad und ging hinüber zur Küche, von wo aus sich der vielversprechende Duft der Soße ausbreitete. Er hoffte, dass sich Jelena wirklich darüber im Klaren war, dass es sich nicht um etwas Besonderes im herkömmlichen Sinne handelte. Alla Campagnola, sozusagen nach Art des Landes, ein einfaches Gericht mit Zutaten, die den Bauern in den ländlichen Gegenden zur Verfügung standen und nicht teuer waren.

Während er noch dabei war, die Tomatensoße umzurühren, hielt Thomas Wort und gab ihm Bescheid, dass Jelena auf dem Weg war. „Und Mr. Hopkins… sie sieht wirklich bezaubernd aus.“ Valentine bedankte sich und legte mit einem Lächeln den Hörer auf. Nicht, dass er etwa an den Worten des Mannes gezweifelt hätte, aber seine Wortwahl verriet deutlich, dass Thomas dem sogenannten alten Schlag angehörte. Weil er vorgewarnt war, konnte er ihr die Türe fast im selben Moment öffnen, wie sie geklingelt hatte, und er sah sofort, dass Thomas Recht hatte. Jelena sah bezaubernd aus, auch wenn das mehr nach Disney-Film als einem verhältnismäßig abgeklärten Staatsanwalt klang. „Hey“, sagte er und selbst wenn er gewollt hätte, hätte er nicht anders gekonnt, als ihr Lächeln zu erwidern, „Komm rein.“ Er betrachtete der Weinflasche Etikett, denn lesen konnte er es nicht und grinste sie an, seine Augen blitzten. „Es ist Rotwein, und du hast ihn ausgesucht. Damit hat er die Eignungsprüfung schon bestanden.“ Nachdem er die Tür hinter ihr geschlossen hatte, zog er sie an sich und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Sein Herz machte einen kleinen Satz, und mit diesem Satz verflüchtigte sich die Nervosität, die ihn bereits den ganzen Tag umgetrieben hatte. Wie es sich gehörte, nahm er ihre Jacke entgegen und hängte sie auf, dann deutete er den Flur entlang, der am Ende in die offenen Räume seines Lofts führte. „Immer der Nase nach, verlaufen kann man sich bei mir nicht“, entgegen dieser Versicherung griff er nach ihrer Hand, und während sie die wenigen Schritte gingen, erklärte er: „Kürzeste Wohnungsführung überhaupt: Erster Türe, der Wandschrank. Frag nicht. Zweite Türe – Gästebad. Und tadaaa. Schon stehst du im Rest der Wohnung.“

@Jelena Petrova


Schuld interessiert mich mehr als Geld.


Schuld. Das ist der Mensch.

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#3

RE: Give me fire and illusion and do not let me sleep - 23. Februar 2018 - Abends - Valentine & Jelena

in Past 24.03.2018 19:07
von Jelena Petrova | 16 Beiträge

Der Essensduft, welcher ihr schon im Hausflur entgegenschlug, war einfach unbeschreiblich. Als Valentine ihr allerdings die Tür öffnete, konnte sie dem altbekannten Sprichwort, dass 'Liebe durch den Magen geht' nur noch zustimmen. Es roch absolut fantastisch und sie war mehr als nur gespannt auf sein Pastagericht. Dass es nur ein einfaches, ländliches Essen war, störte sie keineswegs. Im Gegenteil. Sie hatte eine Schwäche für alte, einfache und regionale Gerichte. Ein Grund, warum sie selbst auch meistens russische Bauerngerichte kochte. Rezepte, welche sie von ihrer Oma gelernt und hauptsächlich Zutaten enthielten, welche man problemlos im Garten oder in der Vorratskammer hatte. Daher stellte es für sie absolut kein Problem dar, dass auch Valentine ein einfaches Gericht gekocht hatte, solange es schmeckte... und dem Geruch nach zu urteilen, würde sie in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht werden. Genauso wenig wurde sie von seinem Outfit enttäuscht. Wie gewohnt tadellos und dieses Mal sogar ohne Anzug, dafür in Jeans, Hemd und... Krawatte. Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und schüttelte schmunzelnd den Kopf, als er ihr die Tür öffnete. Wie war das doch gleich gewesen - mit der Freizeit und daran erinnern? Neugierig trat sie in seine Wohnung. Sie hätte nicht gedacht, dass er so modern und offen wohnte. Ein wenig erinnerte sie es an ihre erste eigene Wohnung in St. Petersburg und sie kam nicht umhin, dass sie sich auf Anhieb wohl fühlte. Etwas, dass ihr gleich ins Auge fiel, war die Ordnung, die in der Wohnung des Staatsanwaltes herrschte. Ihr war des öffteren aufgefallen, dass er in dieser Hinsicht komplett das Gegenteil zu ihr war. Der Gedanke ließ sie schmunzeln und sie nahm sich vor, diese Hypothese zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu testen. An diesem Tag jedoch stand zunächst ein wundervolles, italienisches Essen auf dem Programm und sie überließ Valentine nur zu gerne die Flasche. Lachend sah sie zu ihm auf. „Wenn du bei Getränken immer nur diese Kriterien hast, kann ich ja absolut nichts falsch machen. Gilt das auch für andere Getränke?“, fragte sie ihn neugierig, während er sie auch schon an sich zog und sie auf die Wange küsste. Für einen kurzen Moment blieb ihr Herz stehen, als sie sich so nahe waren, dass sie deutlich sein Aftershave riechen konnte. Gespannt hielt sie die Luft an und ein leichter angenehmer Schauer lief ihr über den Rücken. Das ganze hier ließ sie absolut nicht ungerührt. Er ließ sie nicht ungerührt. Und wem wollte sie hier etwas vormachen und das Ganze nicht als Date bezeichnen? Es war eins. Sie mochte ihn, sehr sogar und so wie es aussah, ging es ihm nicht viel anders mit ihr...
Lächelnd ließ sie sich die Jacke von ihm abnehmen und folgte ihm widerstandslos in das Innere des Lofts. Aufmerksam lauschte sie seinen Worten und blickte in entsprechende Richtungen, ihre Hand immer noch in seiner. „Es ist wundervoll hier und der Ausblick...“, meinte sie staunend und zog ihn Richtung Fensterfront. „Atemberaubend“, murmelte sie leise, eher zu sich selbst und ließ ihren Blick über einen Teil der Skyline von Portland schweifen, ehe sie sich wieder Valentine zuwendete und ihr Blick an der Krawatte hängen blieb. Schmunzelnd sah sie zu ihm auf und tippte leicht mit dem Finger gegen die Krawatte. „Du hast doch bestimmt heute Abend frei und musst nicht mehr arbeiten oder?“, und ohne seine Antwort abzuwarten, löste sie ihm fachmännisch den Knoten, in dem sie einfach am kürzeren Ende der Krawatte zog, nur um kurz darauf mit einem siegessicheren Grinsen im Gesicht und dem besagten Kleidungsstück in der Hand, vor ihm zu stehen. „Daran könnte ich mich glatt gewöhnen“, kam es augenzwinkernd von ihr und sie grinste fröhlich vor sich hin und blickte für einen kurzen Moment wieder nach draußen. Dabei ließ sie allerdings offen, ob sie nun das Krawattenlösen oder die wundervolle Aussicht meinte, welche sich ihr bot. Immer noch grinsend biss sie sich auf die Lippe und lugte an Valentine vorbei, Richtung Wandschrank, ehe sie wieder zu ihm aufsah. "Frag nicht, schreit geradezu nachfragen. Was ist an dem Wandschrank so besonders? Verbirgt sich dahinter die Tür in eine andere Welt, so wie bei den Chroniken von Narnia?", fragte sie neugierig, aber dennoch mit einer gewissen Spur Ernsthaftigkeit in der Stimme, während sie die Krawatte ordentlich zusammenlegte.


        

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#4

RE: Give me fire and illusion and do not let me sleep - 23. Februar 2018 - Abends - Valentine & Jelena

in Past 24.03.2018 19:18
von Valentine Hopkins | 9 Beiträge

Valentine lachte leise und gestand dann: „Nein… ehrlich gesagt bin ich eher ein Snob was Wein betrifft. Aber ich glaube trotzdem nicht, dass du in der Hinsicht etwas falsch machen kannst, du trinkst ihn schließlich mit mir gemeinsam.“ Es fiel ihm beinahe lächerlich schwer, sie aus der kurzen Umarmung wieder loszulassen, aber immerhin hatten sie den ganzen Abend erst noch vor sich. Lachend ließ er sich von ihr zu den großen Fenstern ziehen, wo er hinter ihr stehen blieb, ohne dabei ihre Hand loszulassen. „Ja“, stimmte er zu, auf seltsame Art verlegen und erfreut zugleich, dass sie so begeistert war. Tatsächlich war der Ausblick einer der Gründe gewesen, weshalb er sich für dieses Loft entschieden hatte. Er mochte es, nachts oder am frühen Morgen hinaus auf die Stadt zu blicken, von einer Großstadt nur selten erfahren durfte. Das half ihm beim Sortieren seiner Gedanken, und hier hatte er sich schon mehr als einmal die Struktur für ein Plädoyer zurechtgelegt. Und weil der Preis im Grunde keine Rolle spielte, zumindest nicht in dem Rahmen, in dem er sich auch tatsächlich selbst bewegen wollte, hatte er das Loft gekauft, als sich die Gelegenheit geboten hatte. Es passte zu ihm, und er fühlte sich wohl, auch wenn er nicht gerade dem Bild des bunten Vogels  entsprach, das manche Reiseführer mit Downtown in Verbindung brachten.

Wie erwartet und vor allem erhofft, machte Jelena sich dann daran, ihn von der Krawatte zu befreien, schließlich der einzige Grund, weshalb er sie überhaupt trug. „Ich habe nicht nur heute Abend frei, sondern das ganze Wochenende“, seine Mundwinkel zuckten leicht, als sein Blick ihren Fingern folgte, wie sie das eine Ende der Krawatte umfassten und sachte, aber entschlossen daran zog, so dass sie das gute Stück wenig später in den Händen hielt. Es lag etwas ungemein Vertrautes, fast schon Intimes in dieser Geste - zumindest für ihn. Er musterte ihr Gesicht, während sie noch einmal aus dem Fenster schaute. In ihren Augen spiegelte sich das Lächeln, das auf ihren Lippen lag, und er musste daran denken, wie es sich angefühlt hatte, sie zu küssen. Es kam selten vor, dass er sich verliebte, und für gewöhnlich eher langsam, nicht Hals über Kopf. Aber bei Jelena… konnte er nicht anders, als dem Klischee von der Liebe auf den ersten Blick in gewisser Weise eine neue Bedeutung zuzuordnen. „Ah!“, Valentine lachte auf, „Mit einer anderen Welt liegst du gar nicht mal so falsch.“ Er zögerte kurz, weil er sich plötzlich bewusst war, dass er mit dem Wandschrank eine Seite von sich preisgab, die die meisten Frauen nicht unbedingt anziehend fanden. Nicht umsonst versuchte @Lucille Hopkins immer wieder, sein Zuhause weniger spartanisch wirken zu lassen, als ließe ihn das anschmiegsamer erscheinen, oder was auch immer. Und seine letzte Freundin hatte seinen Geschmack mit Diogenes und dessen Tonne gleichgesetzt, obwohl er sich ziemlich sicher war, dass das schon alles war, was sie über den Philosophen sagen konnte.

Sanft fasste er Jelena an der Schulter, drehte sie um und schob hinüber in die Richtung der Küchenzeile, wo er den Wein abstellte und gezwungenermaßen ihre Hand losließ. „Setz dich, oder schau dich um, ganz wie du willst“, bot er ihr an, und holte den Korkenzieher aus einer der Schubladen, um den Wein zu öffnen. Er überflog dabei noch einmal das Etikett, das ihm nach wie vor nichts sagte, aber dann entdeckte er in einer Ecke tatsächlich die Jahresangabe auch in arabischen Ziffern. Ein eher junger Wein, dem das Karaffieren vermutlich guttun würde. „Meine Schwester amüsiert sich darüber, mir… Accessoires zu schenken, die nicht meinen Geschmack treffen. Sie zieht mich gern damit auf, dass ich eher“, Valentine deutete mit dem Finger einen Kreis an, der den Bereich des Lofts einschloss, in dem sie sich befanden, „eher einfach gestrickt bin, was Design und Ausstattung betrifft. Und ich wiederum verbanne ihre Geschenke in den Wandschrank.“ Die Weinflasche noch in der Hand, drehte er sich um und schaltete den Herd an, auf dem bereits vorbereitet der Topf mit dem Wasser für die Pasta stand. „Geschwisterliebe. Weißt du, was ich meine?“, er grinste und blickte zu Jelena hinüber, die es schaffte, ihn amüsiert anzusehen, ohne dass er sich nicht ernstgenommen fühlte.

@Jelena Petrova


Schuld interessiert mich mehr als Geld.


Schuld. Das ist der Mensch.

Jelena Petrova hat Herzchen in den Augen!
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#5

RE: Give me fire and illusion and do not let me sleep - 23. Februar 2018 - Abends - Valentine & Jelena

in Past 04.04.2018 15:43
von Jelena Petrova | 16 Beiträge

Mit einem fragenden Gesichtsausdruck drehte sie sich zu ihm um. „Ein Snob in Sachen Wein?“, fragte sie ungläubig und lachte, „Heißt das, ich habe einen Weinkenner vor mir? Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich wohl besser beraten lassen, was ich mitbringe, anstatt einfach nur meinen Lieblingswein zu kaufen?“ Augenzwinkernd drehte sie sich wieder zu der offenen, großen Fensterfront und sog die Aussicht in sich auf. Es hatte etwas beruhigendes an sich, hier zu stehen. Auch wenn es wahrscheinlich eher an dem Staatsanwalt hinter ihr lag, als an der Aussicht. Trotzdem war der Blick mehr als fesselnd und es fiel ihr schwer, sich von dem Anblick loszureißen. Für einen kurzen Moment schweiften ihre Gedanken ab und sie erlaubte sich einer kurzen Tagträumerei hinzugeben. Wie es wohl wäre am frühen Morgen aufzuwachen und diesen Blick genießen zu können, während am Horizont die Sonne aufgeht… zusammen mit ihm. Neugierig betrachtete sie das bunte Treiben tief unter ihr auf der Straße. „Es ist wirklich wundervoll hier. Ich hätte nur nicht erwartet, dass du in Downtown wohnst“, gab sie ehrlich, aber mit einem gewinnenden Lächeln zu und sie riss sich von der Aussicht los und wandte sich wieder dem Hausherren zu. Weniger überrascht war sie, dass er wieder eine Krawatte trug. Bisher hatte sie ihn nie in Freizeitkleidung gesehen, immer nur in Anzügen – guten Anzügen, wobei einer wahrscheinlich mehr als nur gelitten hatte. Bei dem Gedanken an sein eher unfreiwilliges Bad, kam sie nicht umhin, dass sich ein Lächeln in ihre Gesichtszüge legte und auch die intime Situation, als sie ihm die Krawatte löste, war daran nicht ganz unbeteiligt. Es faszinierte sie, dass kleine, im Grunde unbedeutende Gesten, wie das Lösen einer Krawatte, so eine Magie besitzen konnten. Schmunzelnd blickte sie bei seinen Worten auf. „Wenn du das ganze Wochenende frei hast, dann brauchst du sie ja erst Montag wieder“, meinte sie augenzwinkernd, „ich würde ja auch sagen, dass ich sie bis dahin sicher verwahren kann, allerdings schätze ich, du hast mehr als diese eine?“, mit einem frechen Grinsen blickte sie fragend zu ihm auf und wartete gespannt auf seine Reaktion, auf ihre zuvor geäußerten Worte. Während die Vorstellung, ihm die Krawatte Montagfrüh zu binden, einen besonderen Reiz bekam, kostete sie diesen kurzen, intimen Moment zwischen ihnen aus. Sie konnte nicht leugnen, dass sie es nur zu gerne darauf anlegen würde. Sie genoss seine Gesellschaft, fand ihn äußerst interessant und attraktiv. Auch wenn sie nicht unbedingt die größte Romantikerin war, musste sie sich selbst eingestehen, dass es bereits seit ihrem ersten Aufeinandertreffen eine gewisse Spannung zwischen ihnen gab und es ihr von Mal zu Mal schwerer fiel, sich zurückzuhalten und in ihr vielleicht doch einige unentdeckte, romantische Seiten schlummerten. Was sie nicht leugnen konnte, war eine gewisse Neugier und seine so bedachte Wortwahl bezüglich des Wandschranks, ließ sie nicht los und gespannt wartete sie auf seine Erklärung. „Eine andere Welt klingt sehr spannend und geheimnisvoll“, meinte sie grinsend und ließ sich widerstandslos von ihm Richtung Küchenzeile schieben, nicht ohne noch einmal einen Blick über die Schulter Richtung geheimnisvollen Wandschrank zu werfen. Belustigt beobachtete sie sein Gesicht, als er noch einmal das Weinetikett betrachtete und sie sich auf einen der Barhocker zog. Wenn er nicht doch der russischen Sprache und dem kyrillischen Alphabets mächtig war, gab es ihm kaum Auskünfte. „Ein Cabernet Sauvignon von der Krim, aus der staatlichen Weinkellerei Massandra, ein paar Jahre alt glaub ich“, übersetzte sie ihm das Etikett, bevor er selbst den Inhalt des Wandschrankes erklärte. Schmunzelnd verfolgte sie seinen Ausführungen und sah sich von ihrem Platz aus, in seinem Loft um, als er meinte, seine Schwester sei der Ansicht, er sei eher einfach gestrickt was die Gestaltung anbelangte. „Naja, es ist schlicht eingerichtet, das stimmt. Aber dennoch sehr modern und elegant. So auf den ersten Blick würde ich gar keine weitere Ausstattung vermissen“, gab sie ehrlich zu und schenkte ihm ein Lächeln. Ich finde es erinnert ein wenig an den Bauhausstil, nur ohne die teilweise doch sehr kräftigen Farben, was ich persönlich doch manchmal als etwas störend empfinde – also die Farben“, setzte sie nach und rutschte vom Stuhl wieder herunter. „Bedeutet das also, dass sich in dem Schrank ein Dekoparadies für mich eröffnet und ich Vasen, Bilder, Kissen, Decken und Kleinkrams finden werde, der mein Herz höher schlagen lässt?“, fragte sie neckend und wandte sich dem ominösen Wandschrank zu und blieb mit einem breiten Grinsen davor stehen. „Ja, ja… Geschwisterliebe…“, sinnierte sie und nickte lachend. „Ich hab zwei ältere Brüder. Glaub mir, ich weiß was du meinst. Was ich alles in rosa und pink geschenkt bekommen habe früher…“, lachend schüttelte sie sich vor Grauen und sah zu ihm, während er in der Küchenzeile herum hantierte. „Und ich hasse rosa und pink! Glücklicherweise hat sich das mittlerweile alles gelegt und Geschenke für einander zu finden, ist mittlerweile recht einfach geworden, da wir alle zumindest eine große gemeinsame Leidenschaft haben“, erklärte sie, ließ von dem Wandschrank ab und kehrte zu ihm zurück, um einen Blick in den Topf zu erhaschen, nahm das Weinglas entgegen und stieß mit ihm an. „Ich kann dir auch helfen, wenn du magst. Das ist absolut kein Problem“, bot sie Valentine ihre Hilfe an und nippte vorsichtig an dem Rotweinglas.

@Valentine Hopkins


        

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