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#1

Courage is never a man with a gun || 18.01.2018 || 20:00 || Hope Autumn Coltraine & Aaron Holden Edison

in Past 20.03.2018 23:45
von Aaron Holden Edison | 26 Beiträge



Mit geübt neutraler Miene beobachtete Aaron, wie Rodney gemeinsam mit Michael Ferrioli, Sprecher der Opposition im Senat von Oregon, und dessen Entourage das Foyer des Alpha Kappa Psi Verbindungshauses betrat. Noch immer war Aaron nicht annähernd davon überzeugt, dass der republikanische Politiker eine gute Wahl für den Diskussionsabend unter dem Motto Staatsschulden, Weltwirtschaft und Demokratie: Erkenntnisgewinn aus dem Primärmarkt  gewesen war – aber ausnahmsweise hatte er sich bei den anderen in der Verbindung nicht durchsetzen können. Rodney hatte ihn ausmanövriert und die anderen davon überzeugt, dass ein Referent von diesem Rang nur gut für das Haus sein konnte. Zwar zeichnete Ferrioli sich mehr durch konservative Allgemeinplätze als tiefergehende Einblicke in das aktuelle Wirtschaftsgeschehen aus. Aber sein Name war ein hervorragendes Zugpferd, gerade jetzt bei der aktuellen politischen Lage, entsprechend voll war der kleine Vortragssaal im Erdgeschoss. Nachdem auch Aaron den Politiker begrüßt hatte, betrat der kleine Pulk den Saal. Ferrioli steuerte dabei zielstrebig das Sprecherpodium an und genoss ganz offensichtlich die Bemühungen zahlreicher Anwesenden, direkt ein Foto von ihm zu schießen. Seine Bodyguards postierten sich wenig unauffällig, während Aaron das Publikum und die Vortragenden begrüßte. Wer diesen Part übernehmen sollte war im Vorfeld eine beinahe noch heißere Diskussion gewesen als die Debatte um die Auswahl Ferriolis, nur dass Aaron in diesem Fall gerne darauf verzichtet hätte, diese Aufgabe zu übernehmen, bei der er zwangsläufig im Rampenlicht stand. Normalerweise machte ihm das überhaupt nichts aus, im Gegenteil, aber er befürchtete insgeheim, dass es seiner eigenen Reputation letzten Endes mehr schaden als nutzen würde, mit Ferrioli in Verbindung gebracht zu werden. Nach der Anmoderation begann der Mann mit jovialem Lächeln seine Rede und Aaron bahnte sich geschickt einen Weg an die Seite zu Carlton, der Ferrioli mit unverhohlener Abneigung betrachtete. „Hör auf so ein Gesicht zu ziehen, du vermasselst noch die Show“, murmelte Aaron dem Freund zu, aber Carlton antwortete nicht einmal.

Ferriolis letzte Äußerungen zur gleichgeschlechtlichen Ehe hatte ihn jegliche Sympathiepunkte bei Carlton gekostet, was Aaron durchaus nachvollziehen konnte. Aber andererseits war dies einer der prominentesten Gäste, die sie seit langem hatten gewinnen können, und mit etwas Glück würde sich der Abend im Anschluss an den zweiten geplanten Vortrag von Professorin Haversham vielleicht doch zu der fruchtbaren Diskussion entwickeln, die sich Rodney und die anderen versprachen. Trotzdem hörte Aaron nur mit halbem Ohr zu, was Ferrioli von sich gab (mehr war auch nicht notwendig, wie erwartet war der inhaltliche Teil mehr als dürftig, dafür sparte der Mann nicht an blumigen Worthülsen und theatralischen Gesten), während er den Blick aufmerksam über die Zuhörer wandern ließ. Es waren einige Dozenten anwesend, einschließlich des Dekans des College of Urban & Public Affairs. Ein paar Lokalpolitiker und natürlich zahlreiche Studierende aus ganz unterschiedlichen Studiengängen. Und dann blieb sein Blick an einem Gesicht hängen, das ihm unter den gegebenen Umständen alles andere als Willkommen war. Hope Autumn Coltraine, die verrückte Hippiebraut aus der der Vorlesung Wie zentral ist die Mitte? Mittelschichtsdiskurse und wohlfahrtsstaatlicher Politikwandel im internationalen Vergleich . Sein vorsichtiger Optimismus verschwand schlagartig, denn allein ihr Anblick reichte aus, um seinen imaginären Hahnenkamm anschwellen zu lassen. Diese Frau bedeutete nur Ärger, und er überlegte bereits, ob es eine Möglichkeit gab, sie in der Pause unauffällig beiseite zu ziehen und hinauszuschaffen – als sein Kopf bei den nächsten Worten Ferriolis herumruckte. Das konnte ja wohl nicht sein Ernst sein, wie kam der Kerl von der Staatsverschuldung zu Waffen? „Das Recht, eine Schusswaffe zu tragen ist ein spezifischer Bestandteil unserer Verfassung! Deshalb dürfen die zugrundeliegenden Gesetze nicht allein einer rein rationalen Überprüfung unterworfen sein. Ein Eingriff in dieses Grundrecht ist eine leichtfertige Missachtung einer der Grundpfeiler unserer Demokratie, welche die Basis unseres Wohlstands und unserer Zukunft bildet“, tönte es vollmundig durch das Mikrofon, und Aaron konnte nur mit Mühe ein Stöhnen unterdrücken.



@Hope Autumn Coltraine - Bühne frei für dich.



zuletzt bearbeitet 21.03.2018 21:44 | nach oben

#2

RE: Courage is never a man with a gun || 18.01.2018 || 20:00 || Hope Autumn Coltraine & Aaron Holden Edison

in Past 23.03.2018 13:59
von Hope Autumn Coltraine | 45 Beiträge

Diskussionsabend in einem Verbindungshaus. Ersteres fand die zierliche Blondine meistens sehr spannend und amüsant, letzteres… nun ja. Sie war kein großer Freund von Verbindungen, was zum großen Teil auch deren Mitglieder beinhaltete. Ihr war bewusst, dass es verkehrt war, alle über einen Kamm zu scheren und mit Sicherheit gab es auch ganz vernünftige Verbindungsstudenten, aber im Großen und Ganzen waren sie sich doch alle sehr ähnlich – zumindest in ihren Augen und zumindest in den Verbindungshäusern, in denen zum Großteil weiße, männliche Mitglieder anzutreffen waren, so wie in Alpha Kappa Psi. Verwöhnte, großspurige, nur auf ihren eigenen Vorteil bedachte Mitmenschen, welche einem mehr als konservativen Lebensstil nachgingen und für den gesellschaftlichen Aufstieg einiges in Kauf nahmen und unlautere Vorteile nutzten, wie andere… Toilettenpapier. Ihre Abneigung gegen eben jene war kaum zu verkennen und einen wirklichen Hehl machte sie daraus auch nicht. Sie hatte sich schon gelegentlich mit einigen von ihnen angelegt, allen voran ein gewisser Rodney, der dem Klischee eines Verbindungsstudenten geradezu wie ein Abziehbild, entsprach.
So wunderte es sie auch nicht wirklich, als sie erfahren hatte, wer der Hauptredner an diesem Abend sein sollte – Ferrioli, Republikaner und Sprecher der Opposition im Senat von Oregon. In ihren Augen hatte er den Verstand eines Eichhörnchens und das war schon geschmeichelt und eine Beleidigung für alle tierischen Vertreter dieser Rasse, aber es entsprach leider der Wahrheit. Er mochte zwar ein sehr guter Redner sein, besaß ein gewisses Auftreten und einen entsprechenden Charme, der andere mitreißen konnte, allerdings waren seine Standpunkte, welche er vertrat, mehr als fragwürdig und er war ein Mann der durchaus Kontroversen auslösen konnte. Als sie erfahren hatte, dass er an diesem Abend sprechen würde, hatte sie nur den Kopf geschüttelt und den Entschluss gefasst, ihre Abneigung gegen Verbindungshäuser für diese Zeit ruhen zu lassen, um diesen wahrscheinlich mehr als erhellenden Vortrag nicht zu verpassen. Ferrioli und Rodney wirkten fast schon wie Vater und Sohn auf sie oder doch eher wie der zukünftige Präsident und ein übereifriger Praktikant, dass ihr das kalte Grausen kam, als sie die beiden sah. Sie war erstaunt, dass doch so viele Studenten und auch einige Professoren und der Dekan ihres Fachbereichs anwesend waren. Diesbezüglich war die Wahl von Ferrioli wahrscheinlich ein guter Schachzug gewesen. Ob es jedoch so gut war für die Verbindung, mit diesem umstrittenen Politiker in Verbindung gebracht zu werden? Sie bezweifelte es stark und da sie auch einige Vertreter der Presse ausfindig machen konnte, versprach es mehr als spannend zu werden. Sie war in ihrem Element, auch wenn die Umgebung ihr mehr oder weniger gar nicht zusagte. Um nicht groß aufzufallen und nicht gleich von der Veranstaltung ausgeschlossen zu werden, hatte sie ihren gewohnten Kleidungsstil, gegen etwas Eleganteres getauscht und so trug sie zu einer dunkelblauen, engen Röhrenjeans, eine weiße, schlichte Baumwollbluse und eine elegantere silbergraue Strickjacke, die das sonst eher biedere Outfit etwas auflockerte. Während sie relativ am Rand des Zuschauerraumes Platz nahm, beobachtete sie fast schon angewidert, wie einige der Besucher versuchten, Bilder mit dem schmierigen Politiker zu machen, der die Aufmerksamkeit der Menge mehr als genoss, als wären sie in Disneyland und er Mickey Mouse. Für einen kurzen Augenblick schlich sich ein gehässiges Grinsen in ihr Gesicht, als sie an ihr Vorhaben dachte und daran, dass er am heutigen Abend noch mehr als gewünscht Aufmerksamkeit erhaschen würde – wenn er so wie gewohnt, argumentieren und seiner Linie treu bleiben würde. Verstohlen sah sie sich nach einigen ihrer Freunde um, die sich ebenfalls im Saal unauffällig verteilt und bereits Platz genommen hatten. Wirklich etwas geplant hatten sie nicht, nur eine kleine Diskussion anregen, wozu der Abend eigentlich auch gedacht war, dass gleichzeitig auch die Presse anwesend sein würde, machte das ganze gleich noch etwas spannender, ebenso die Anwesenheit des Dekans und einiger Professoren. Ihr Lächeln erstarb jedoch, als die Veranstaltung begann und ihr Blick auf Aaron fiel, der das Ganze auch noch eröffnete. Das hätte sie sich ja denken können, dass er ebenso zu dieser eingebildeten Elite gehörte, wie dieser schmierige Rodney. Eigentlich hätte es ihr schon bei einem der ersten Aufeinandertreffen in dem gemeinsamen Seminar klar sein können, allerdings hatte sie zu diesem Zeitpunkt anscheinend lieber die Augen vor der Realität verschlossen, da er ihr trotz der mehr als unterschiedlichen Standpunkte irgendwie sympathisch gewesen war und ihr die kleinen Auseinandersetzungen in der Vorlesung, Spaß gemacht hatten. Sie hätte es wissen müssen, dass er auch zu diesem Streberverein gehörte und sein perfekt sitzender Anzug schrie schon förmlich danach. Trotzdem blieb ihr Blick einen Moment länger auf ihm hängen und sie sah ihm nach, als er das kleine Podium verließ und einen Platz am Rand, nicht weit von ihr, einnahm. Sie verdrängte die Gedanken an ihn aus ihrem Kopf und konzentrierte sich lieber wieder auf Ferrioli. Wie nicht anders zu erwarten, waren seine Äußerungen zum eigentlichen Thema mehr als dürftig und er hauchte das Thema lediglich mit einigen Phrasen aus dem Wahlkampf an, als wirklich darauf einzugehen. Stirnrunzelnd verfolgte sie das alles und es kam ihr mehr und mehr wie eine Wahlkampfveranstaltung der Republikaner vor, als ein Vortrag für eine offene Diskussion zum Thema des Abends. Seine Äußerungen zu gleichgeschlechtliche Ehe, hatten alles andere als etwas mit Weltwirtschaft, Staatsschulden und Demokratie zu tun, als er sich jedoch auch noch ausführlich über das Recht auf Besitz von Schusswaffen ausließ und wieder nur seine bekannten Wahlkampfphrasen von sich gab, überschritt er einen Grenze bei ihr, so dass es ihr schwer fiel, ruhig zu bleiben. Das konnte er doch wirklich nicht ernst meinen – Waffenbesitz, Grundrechte und Demokratie in einem Satz zu nennen. Nur mit Mühe blieb sie ruhig auf ihrem Stuhl sitzen, die Hände bereits zu Fäusten geballt, verfolgte sie noch die letzten Worte des Politikers. Gerade als er geendet hatte und noch bevor der erste Applaus einsetzen konnte, erhob sich die zierliche Blondine von ihrem Platz, ihr Herz schlug ihr fast bis zum Hals vor Aufregung und Nervosität, jedoch ließ sie sich äußerlich nichts weiter anmerken, sondern ergriff das Wort an den Redner. „Mr. Ferrioli“, ertönte ihre helle, klare Stimme im Saal, „mir erschließt sich zwar noch nicht ganz der Sinn, wie das von Ihnen vertretene Grundrecht auf Waffenbesitz, mit der Staatsverschuldung und der Weltwirtschaft zusammen hängt, aber sicher können sie dazu noch einige Ergänzungen anbringen“, meinte sie mit fester, aber freundlicher Stimme und lächelte ihn überaus freundlich an. Ihr Blick wanderte für einen kurzen Moment zu Aaron, welcher sie anstarrte – seinen Gesichtsausdruck konnte sie nur schwer deuten, da es eine Mischung aus Überraschung, Entsetzen, Wut, Panik und etwas weiterem war, was sie nur schwer bestimmen konnte. Für diesen kurzen Augenblick, als sich ihre Blicke trafen, ließ sie ein herausforderndes Grinsen erkennen, ehe sie sich wieder von ihm abwandte und dem Politiker zu. „Aber vielleicht können Sie vorher noch auf die Zusammenhänge der gleichgeschlechtlichen Ehe und dem Thema des heutigen Abends eingehen?“, fragte sie übertrieben freundlich, ehe sie souverän und in knappen, verständlichen Worten, nicht nur die mehr als fadenscheinigen Argumente, sondern vielmehr die komplette Rede des hochkarätigen Gastes zerpflückte. Dass in diesem Moment alle Augen auf sie gerichtet waren und stellenweise leises Gemurmel zu hören war, störte sie nicht. Unbeirrt, ging sie Punkt für Punkt den Vortrag durch und wie bei einem Gänseblümchen, riss sie jedes Mal einige Blütenblätter heraus, wenn Mr. Ferrioli mit fadenscheinigen Ausflüchten versuchte, das Ruder noch einmal herumreißen zu können, bis am Ende nichts mehr übrig war. Mit einem zufriedenen Lächeln sah sie noch einmal kurz zu Aaron, der mittlerweile nicht mehr so gelassen aussah, wie zum Anfang der Veranstaltung, bevor sie sich wieder setzte und innerlich laut jubelnd aufschrie, da es noch besser gelaufen war, als gedacht.

@Aaron Holden Edison - armer Mr. Ravioli xD, wobei du mir auch ein wenig leid tust



Aaron Holden Edison fragt sich ob du das ernst meinst?
Aaron Holden Edison zeigt dir den Vogel!
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#3

RE: Courage is never a man with a gun || 18.01.2018 || 20:00 || Hope Autumn Coltraine & Aaron Holden Edison

in Past 14.04.2018 21:29
von Aaron Holden Edison | 26 Beiträge

Es überraschte Aaron nicht im mindesten, dass Hope sich schon bei den letzten Worten Ferriolis erhob, denn genauso war sie auch in der Vorlesung aufgetreten. Selbstbewusst, fast schon resolut, und direkt. Es schien ihr nicht im Mindesten etwas auszumachen, dass sie sich dieses Mal nicht unter Kommilitonen allein befand sondern das Publikum deutlich elitärer war. Deswegen ahnte er auch bereits, dass der Abend ab sofort den Bach runtergehen würde. Der gerade einsetzende Applaus, der sich unter normalen Umständen vermutlich zu einer homogenen Mischung aus höflichem Klatschen der kundigen Anwesenden einerseits und begeisterten Rufen der verblendeten Anhänger andererseits gesteigert hätte, erstickte unmittelbar, als die Studentin zu reden begann. Dass er einen impulsiven Schritt nach vorne in ihre Richtung machte, merkte er erst, als er Carltons festen Griff spürte, der Aaron zurückhielt. Fassungslos und faszinierend zugleich lauschte er ihren Worten, während sich in seinem Kopf bereits die möglichen Folgen auf dieses Worst-Case-Szenario aufsummierten sowie die möglichen Reaktionen. Ohne jede Scheu antwortete sie Ferrioli auf seine geradezu patzigen Erwiderungen, legte ihren eigenen Standpunkt dabei immer wieder geradezu penetrant von neuem dar und man konnte mit jedem ihrer Sätze beobachten, wie es dem Politiker erst unbehaglich und dann immer unangenehmer wurde.

„Na, wenn das nicht mal ein sauberer Auftritt ist!“, Carlton war die Bewunderung anzuhören, und Aaron gab ein abfälliges Geräusch von sich, das sich beinahe als Knurren entpuppte. „Sie ist die Pest!“, stieß er kaum hörbar hervor und verschränkte mit finsterer Miene die Arme vor der Brust. Sie war einfach atemberaubend. Ihre Stimme trug auch ohne Mikrofon durch die atemlose Stille im Saal, die nur vom Klicken der Kameras und Kleiderrascheln unterbrochen wurde. Inzwischen verdrehten die meisten Anwesenden die Köpfe in ihre Richtung, um einen Blick auf die junge Frau zu erhaschen, die dem Abend mit Leichtigkeit eine spannende Wendung verliehen hatte und keinerlei Probleme damit zu haben schien, im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen. Auf dem Podium lehnte sich Professorin Haversham mit einem an Unerträglichkeit grenzendem süffisanten Lächeln in ihrem Stuhl zurück, offensichtlich hocherfreut darüber, dass sie es sich sparen konnte, selbst die Messer zu wetzen und stattdessen ihr eigener Standpunkt bereits dargelegt wurde, ehe sie etwas in die Debatte hatte einbringen müssen und auch erfreut darüber, dass damit gleichzeitig ein Beweis über den Erfolg ihrer Lehre geliefert wurde. Währenddessen konnten die Presseheinis sich nicht entscheiden, ob sie Ferriolo fotografieren sollten, der wenig schmeichelhaft mit halboffenem Mund versuchte, durch sinnbefreite Satzkonstrukte die Gesprächsoberhand zurückzugewinnen, oder lieber Hope, die dem Politiker nicht nur rhetorisch eindeutig überlegen war, sondern dabei auch noch umwerfend aussah. Wie man überhaupt überlegen musste, für welches der beiden Motive man sich entschied, war für Aaron nicht nachvollziehbar, er schaffte es jedenfalls kaum, den Blick von ihr abzuwenden.

„Ich soll dir von Rodney ausrichten, du sollst etwas unternehmen, und zwar gleich“, flüsterte plötzlich jemand neben ihm, und Aaron schnaubte ungläubig: „Haha, guter Witz. Es war seine Idee, den Typen einzuladen, dann ist es ja wohl jetzt auch sein Problem, wenn ihm die Sache um die Ohren fliegt!“ Er schüttelte vehement den Kopf. Dabei bekam er gar nicht mit, wie Carlton und der Neuzugang Blicke austauschten, weil er nach wie vor damit beschäftigt war, Hope nicht aus den Augen zu lassen. „Du kannst ihm ausrichten, er kann mich mal.“ Einen Moment lang herrschte betretenes Schweigen, in dem sie alle nach vorne starrten - bis auf Aaron, der nach wie vor Hope fixiert. Im selben Augenblick beendete sie ihre Brandrede, wandte den Kopf und schaute ihm direkt in die Augen. Dabei schenkte sie ihm ein derart provozierendes Lächeln, dass sich seine Finger fester in den Anzugstoff gruben, wo er immer noch die Oberarme umfasst hielt. Carlton räusperte sich leise und stieß Aaron den Ellbogen in die Seite. „Jetzt mach schon, willst du etwa, dass die Scheiße noch richtig zu dampfen beginnt? Du kannst eh schon sagen, dass du recht behalten hast, alles was jetzt noch kommen kann schadet dir genauso wie uns allen“, raunte Carlton, als Hope sich setzte und der Saal schlagartig aus der andächtigen Stille erwachte, jeder schien mit einem Mal loszubrabbeln, zahlreiche Hände reckten sich, um ebenfalls fragen zu stellen. Unwillig ließ Aaron die Arme sinken, fasste nach der Knopfleiste des Jackets, wie um den Sitz desselben zu prüfen - dann gab er sich innerlich einen Ruck. Zwar hätte er es Rodney wirklich gegönnt, die Suppe alleine auslöffeln zu müssen, was sicher amüsant gewesen wäre, weil er in etwa die Eloquenz von Ferrioli besaß, aber nicht dessen joviale Ausstrahlung. Aber leider hatten Carlton Recht.

Ohne ein weiteres Wort an seine beiden Verbindungsbrüder zu verschwenden, zögerte er nicht länger sondern bahnte sich geschickt einen Weg zu der Reihe hin, in der Hope saß. Zu seinem Glück nicht weit entfernt und relativ am äußeren Rand. „Miss Coltraine“, mit einem höflichen Lächeln beugte er sich vor, „Vielen Dank für den bereichernden Gesprächsbeitrag. Wenn Sie einen Augenblick Zeit hätten, mir wurde eben mitgeteilt, dass die Presse Ihnen noch gerne ein paar Fragen in direktem Bezug zu Ihren Ausführungen stellen würden. Ein Foto machen und dergleichen.“ Vorne am Podium setzte Rodney zu dem Versuch an, den entstandenen Tumult zu moderieren, und Aaron konnte am Rand seines Blickfelds wahrnehmen, dass er sich erwartungsgemäß mehr schlecht als recht dabei schlug. Da Hope tatsächlich aufstand, konnte Aaron das aber ignorieren, auch wenn es ihm beinahe leidtat, keine Zeit zu haben, sich über das Schauspiel zu amüsieren. Er konnte den Gesichtsausdruck seiner Kommilitonin nicht wirklich deuten, wusste nicht, ob sie ihm den Vorwand wirklich abnahm, aber interpretieren konnte er später immer noch und es war auch nicht relevant, ob sie ihm glaubte. Die anderen Gäste sollten ihm glauben. Sie schob sich an dem Herrn vorbei, der neben ihr saß, und kaum, dass sie vor Aaron stand, legte er ihr den Arm um die Schultern, griff nach ihrem Ellenbogen und schob sie zielstrebig in Richtung der Türe. Allerdings nicht der großen Türe am einen Ende des Saals, sondern zu einer schmalen Türe, unscheinbar versteckt zwischen den Bücherregalen. Falls Hope sich hatte sträuben wollen, ließ Aaron ihr keine Wahl, er war deutlich größer als sie und ging so bestimmt vor, dass er bereits die Türe öffnete, ehe ihr eine Chance zum reagieren blieb.

@Hope Autumn Coltraine der hat es nicht anders verdient, der würde dafür erfunden, und ich hab es ja so gewollt...



Hope Autumn Coltraine lacht sich scheckig!
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#4

RE: Courage is never a man with a gun || 18.01.2018 || 20:00 || Hope Autumn Coltraine & Aaron Holden Edison

in Past 17.04.2018 17:30
von Hope Autumn Coltraine | 45 Beiträge

Unbeirrt fuhr sie damit fort, die Rede des Republikaners zu zerpflücken. Dass sie sich nicht in einem kleinen Seminarraum nur unter Kommilitonen befand, blendete sich komplett aus, ebenso dass einige der hochrangigen Professoren und die Presse anwesend war. Einfach alles. Sie war so schon nervös und aufgeregt genug, da brauchte sie nicht noch an das elitäre Publikum denken. Dass sie innerlich mehr als angespannt war, versuchte sie sich nicht anmerken zu lassen, sondern konzentrierte sich völlig auf den Vortrag. Lediglich Aaron schob sich hin und wieder in den Vordergrund ihrer Gedanken, allerdings erlaubte sie sich erst zu ihm zu sehen, als sie fertig war und sich wieder setzte. Und seinem Gesicht nach zu urteilen… Sie konnte sich ein zufriedenes Grinsen absolut nicht verkneifen. Wobei sie sich interessanterweise gar nicht so über den Erfolg ihrer Ansprache bewusst war und freute, sondern vielmehr, dass sie diesem eingebildeten Verbindungstypen ordentlich die Tour vermasselt hatte. Der Blick, welchen sie ihm zuwarf, sagte alles und auch er erwiderte den ihren. Allerdings sah er weitaus weniger erfreut, über die Wendung des heutigen Abends aus. Sie konnte seine Wut förmlich spüren und so erlaubte sie sich sogar, ihm ein kurzes Augenzwinkern zu schenken, ehe sie sich zufrieden auf ihren Platz setzte und der beginnenden Diskussion lauschte. Den kleinen Disput um Aaron und Carlton bekam sie gar nicht weiter mit, da ihre Aufmerksamkeit wieder Ferrioli galt und mit Genugtuung konnte sie feststellen, dass ihre kleine Rede, die anwesenden Gäste anscheinend dazu animiert hatte, ebenfalls recht unbequeme Fragen zu stellen – soweit es seine Gegner betraf und sogar ihre Soziologieprofessorin, welche mit auf dem Podium saß, schien alles andere als von dem Politiker angetan zu sein. Sie wandte sich um und wollte noch einmal Aarons Reaktion sehen, jetzt, wo die Diskussion langsam an Fahrt aufnahm. Der Platz, wo er vorher jedoch stand, war leer und ihr Blick kreuzte den von Carlton, welcher ihr mit einem breiten Grinsen anerkennend zunickte. Entschuldigend zuckte sie mit den Schultern und erwiderte mit einem engelsgleichen Lächeln, sein Grinsen, als sie plötzlich von der Seite angesprochen wurde. Sie zuckte zusammen und fuhr herum und erkannte Aaron, der sich zu ihr gebeugt hatte. Seine Worte hatte sie gar nicht wirklich wahrgenommen. Stattdessen drehte sie sich noch einmal zu Carlton um und warf ihm nun einen hilflosen Blick zu, der jetzt jedoch nur entschuldigend die Schultern hob und etwas betreten lächelte. Irritiert darüber, was ihr Kommilitone mit Presse und Foto meinte, erhob sie sich. Zu stolz jedoch, um noch einmal genau nachzufragen, worum es ging, schob sie sich mit einem Lächeln und einem ‚Entschuldigung‘ an dem Herren neben ihr vorbei, bis sie direkt vor dem deutlich größeren Studenten stand. Fragend sah sie mit ihren blauen Augen zu ihm auf, als er auch schon seinen Arm um ihre Schulter legte und mit der anderen Hand nach ihrem Ellenbogen griff und sie recht bestimmend zu einer kleinen, unscheinbaren Tür in ihrer unmittelbaren Nähe bugsierte. „Was zur…“, begann sie, als es auch schon zu spät war und sie sich in einem schmalen, fensterlosen Gang wiederfand und die kleine Tür, hinter ihnen ins Schloss fiel. Immer noch hielt er sie mit einem festen Griff fest und führte sie durch den Gang, bog um eine Ecke und öffnete eine Tür, hinter der sich eine kleine Bibliothek befand. Sie staunte nicht schlecht und ihr war bewusst, dass sie sich jetzt in den Räumlichkeiten befand, welche normalerweise für Außenstehende nicht zugänglich waren. In kleinen Gruppen standen Tische, gemütliche Sessel und Sofas zusammen und ein Kamin sorgte in den Wintermonaten mit Sicherheit für Gemütlichkeit, während ein Billardtisch und ein Kickertisch für Unterhaltung sorgten. Dennoch… es war ein kleiner Salon eines Verbindungshauses. Neben ihr, ein eingebildeter Verbindungstyp, der sich auch noch das recht heraus nahm, sie mehr oder weniger zu entführen. Ohne auch nur einmal stehen zu bleiben, schob er sie weiter unsanft neben sich her, öffnete wieder eine der kleinen Türen und sie standen wieder in einem fensterlosen schmalen Gang. Ein mulmiges Gefühl kam in ihr auf, als er immer noch kein Wort sprach, sondern sie weiter vor sich her dirigierte, wie eine Marionette und er seinen Arm immer noch auf ihrer Schulter liegen hatte. Er roch gut, musste sie unwillkürlich feststellen, als er sie eine kleine Treppe hinunter führte und er sie immer noch nicht los lassen wollte. Dass er ihr ernsthaft etwas antun würde, bezweifelte sie. Immerhin hatten mehrere Personen sie gemeinsam den Raum verlassen sehen. Aber ihm mehr oder weniger so ausgeliefert zu sein und nicht zu wissen wo er sie hinführte, war unheimlich. Noch dazu, da sie mittlerweile gänzlich die Orientierung verloren hatte und sie erstaunt, über die Größe des Verbindungshauses war. Von außen sah es gar nicht so groß aus, jedoch erstreckte es sich anscheinend doch über mehrere Etagen, da es an einem kleinen künstlichen Hang lag, sodass die untere Etage vom Vordereingang gar nicht zu sehen war. Trotzdem wollte sie wissen, was er vor hatte und die Stille zwischen ihnen, war ihr unangenehm. „Was hast du jetzt vor, huh? Das Kind ist doch schon längst in den Brunnen gefallen und seien wir mal ehrlich - Ferrioli ist selber schuld. Ich meine… jeder, der auch nur das Gehirn einer Erbse hat, weiß, dass das was er da von sich gegeben hat, der absolute Mist war. Außerdem hatte es absolut gar nichts mit dem Thema zu tun. Kannte er das Thema überhaupt?“, legte sie auch gleich los und unterbrach so endlich die Stille, als sie wieder vor einer schmalen, kleinen Tür zum Stehen kamen, er diese öffnete, sie los ließ und in den Raum schob, während er nach einem kleinen Schalter an der Wand suchte. Gedimmtes Licht flackerte kurz auf und sie fand sich in einer kleinen Bibliothek wieder, welche ebenerdig in den Garten auf der Rückseite des Hauses führen musste. Denn von außen schien die schwache Wegbeleuchtung in den behaglichen Raum hinein. Alte, schwere Ledersessel standen verteilt, daneben kleine Holztische mit kleinen Leselampen und vor dem Kamin stand sogar ein gemütliches, breites Ledersofa, während sich in den Regalen die Bücher bis zur Decke stapelten. Sie ging einige Schritte in die Bibliothek und sah sich in dem behaglichen Raum um. So etwas hätte sie als letztes in einem Verbindungshaus erwartet, dennoch schuldete Aaron ihr eine Antwort. An die Lehne des Sofas gelehnt, drehte sie sich wieder zu ihrem Kommilitonen um und musterte ihn für einen kurzen Moment, schweigend, bevor sie das Thema von vorhin wieder aufnahm. „Wer hatte eigentlich die grandiose Idee, diese Nudel einzuladen und dann auch noch zu einem Diskussionsabend zur Weltwirtschaft? Es ist doch eigentlich überall bekannt, dass Ravioli nur seine Standardphrasen auswendig kann und sich am liebsten zum Waffengesetz und seiner sehr rückständigen Familienpolitik äußert…“, provozierend sah sie zu Aaron, wohlwissend, dass sie den Politiker eben beleidigt und falsch betitelt hatte, während sie ihn beobachtete, wie er zum Fenster ging und sich vergewisserte das dieses auch zu war und den Vorhang schloss. Er bewegte sich erstaunlich elegant und sie musste anerkennend feststellen, dass der Anzug ihm wirklich stand, er allgemein sehr gut aussah. Aber taten das nicht viele Männer in Anzügen? Die Richtung, in der ihre Gedanken in diesen wenigen Sekunden gingen, gefiel ihr gar nicht und sie schob sie lieber ganz weit weg und beschäftigte sich mit dem eigentlichen ‚Problem‘. Schlagartig hellte sich ihre Miene auf, ehe sie weiter sprach. „Warte. Es ist doch wohl nicht etwa deine Idee gewesen und ich habe dir jetzt die Tour versaut, Vorsitzender von dem Sa…Verein zu werden, nur weil ich bei ein paar Sachen, die mir unklar waren in seiner Rede, nachgefragt habe?“, löcherte sie ihn in einem unschuldigen Tonfall weiter und wollte eigentlich Saftladen sagen, bemerkte es jedoch noch rechtzeitig. Immerhin kannte sie einige Verbindungsleute und die waren gar nicht gut darauf zu sprechen, wenn man ihre Vereinigung verunglimpfte. „Wenn ja, tut es mir natürlich leid“, meinte sie leichthin und sah ihn mit einem engelsgleichen Gesichtsausdruck lächelnd an, bevor sich ein nicht mehr ganz so unschuldiges, provozierendes Grinsen in ihre Züge schlich, vollkommen bewusst, dass er ihre Entschuldigung nicht ernst nahm.

@Aaron Holden Edison - ich hab uns mal in den nächsten Raum geschubst und so... ich hoffe du bist mir nicht böse ich kann es auch noch abändern, wenn dir etwas zu weit geht



Aaron Holden Edison zeigt dir den Vogel!
zuletzt bearbeitet 17.04.2018 17:32 | nach oben

 
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